Europa - Reiche am Ende der Herrschaft Karls des Großen um 814 n.Chr.

Geschichte - Früh- und Hochmittelalter

978-3-14-100382-6 | Seite 198 | Abb. 2
Europa | Reiche am Ende der Herrschaft Karls des Großen um 814 n.Chr. | Geschichte - Früh- und Hochmittelalter | Karte 198/2

Überblick

Am Beginn des Hochmittelalters steht der Prozess der einheitlichen Reichsbildung durch die Herrscherfamilie der Karolinger. Einer der wichtigsten Erfolge der Regentschaft Karls der Großen war es, alle deutschen Stammesherzogtümer und Stämme unter seine Herrschaft zu bringen und aus ihnen ein „Reichsvolk“ zu machen. Nicht zufällig taucht zu dieser Zeit erstmals eine Bezeichnung für die Sprache aller germanischen Stämme auf: „Thiudisk“ (Deutsch).

Karl der Große

Als bedeutendster Herrscher des Mittelalters prägte Karl der Große auf politischem, kirchlichem und kulturellem Gebiet seine Zeit in hohem Maße. So schuf er wesentliche Grundlagen für die geistige und politische Einheit des Abendlandes. Als Karl der Große 768 n. Chr. die Herrschaft über das Frankenreich übernahm, umfasste es fast das ganze heutige Frankreich und die Hälfte des heutigen Deutschlands. In Kämpfen über drei Jahrzehnte machte Karl das Frankenreich zum bedeutendsten Großreich des abendländischen Mittelalters. Später gingen hieraus Deutschland, Frankreich sowie die italienischen und spanischen Teilreiche hervor. Die europäische Machtstellung, die Herrschaft über Italien und Rom und die von seinem Vater Pippin III. (Pippin dem Jüngeren) begründete enge Verbindung von fränkischem Königtum und Papsttum, waren die Voraussetzung für die Erhebung Karls zum Kaiser, die Weihnachten 800 von Papst Leo III. vollzogen wurde. Das Karolingerreich war zu groß und zu dünn besiedelt, um auf Dauer äußeren Angriffen standhalten zu können. Sie gingen vor allem von den Wikingern (Normannen) aus, die die Küstenlandschaften immer wieder plünderten. Auch aufgrund innerer Gegensätze zerfiel das Frankenreich in einige kleinere Reiche im Alpengebiet und in Italien sowie in zwei größere Teile: das Westfränkische Königreich (später Frankreich) und das Ostfränkische Königreich, aus dem sich das deutsche Königtum entwickelte.

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