Europa - Bevölkerungsentwicklung

Europa - Bevölkerung

978-3-14-100380-2 | Seite 90 | Abb. 3
Europa | Bevölkerungsentwicklung | Europa - Bevölkerung | Karte 90/3

Überblick

In Europa wächst die Bevölkerung in allen Staaten nur gering oder geht sogar zurück. Nur wenige Staaten (Island, Irland, Norwegen, die Schweiz und die Türkei) erreichten im Durchschnitt der Jahre 2006–2015 mehr als 2 Prozent Bevölkerungswachstum, während die Bevölkerung in vielen Staaten stagnierte oder sogar, wie in Deutschland und weiten Teilen Osteuropas, rückläufig war. Die größten Bevölkerungsrückgänge verzeichneten Lettland, Litauen und der Kosovo. Das Bestandserhaltungsniveau (Geburtenniveau, bei dem der Erhalt der Elterngeneration durch die Kindergeneration gesichert ist) von etwas mehr als zwei Kindern pro Frau erreichten nur wenige Länder. Die Bevölkerung fast aller europäischen Staaten altert daher in demographischer Hinsicht. Auf der einen Seite nimmt die Lebenserwartung zu, auf der anderen Seite die Zahl der Geburten und die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie aber ab. In zunehmendem Maße wird die Bevölkerungsentwicklung in den europäischen Staaten von Migrationsprozessen beeinflusst. Ursächlich dafür sind unterschiedlich motivierte Wanderungsbewegungen, zum Beispiel – von EU-Bürgern, die nicht nur zeitweise in einem anderen EU-Land arbeiten und sich dort eine dauerhafte Existenz aufbauen (z. B. Abwanderung aus Polen, Rumänien oder Bulgarien, Zuwanderung in Westeuropa) – von Flüchtlingen, die politisches Asyl in Europa suchen, oder aus humanitären Gründen Aufnahme gefunden haben (z. B. aus Syrien) – von hoch qualifizierten Arbeitskräften, die gezielt von Unternehmen angeworben werden. Prognosen besagen, dass im Jahr 2030 nur 25 Prozent der europäischen Regionen Stabilität oder Wachstum bei der Bevölkerung aus der Region heraus schaffen können, weitere 25 Prozent können dies durch zusätzliche Zuwanderung erreichen; in allen anderen Regionen wird die Bevölkerung trotz Zuwanderung zurückgehen.

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