Europäisierung Mitte 18. Jahrhundert

Amerika - Staaten und Geschichte

978-3-14-100770-1 | Seite 190 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 64.000.000
Europäisierung Mitte 18. Jahrhundert |  | Amerika - Staaten und Geschichte | Karte 190/2

Informationen

Die spanische Krone war 1495 vom ursprünglichen Konzept bloßer Handelsexpansion zu jenem der Siedlungskolonisation und Landnahme übergegangen. Mit der Gründung der Audiencia von Santa Domingo 1511 wurde der Grundstein einer organisierten Kolonialverwaltung gelegt, die nach der Eroberung Mexikos durch Hernando Cortés und Perus durch Francisco Pizarro durch Audiencias u. a. in Mexiko, Panama, Guatemala, Kolumbien, Peru, Bolivien und Chile ausgebaut wurde. Spanien wurde zur mächtigsten Kolonialmacht in der Neuen Welt.

Nichtspanische Kolonialbesitzungen
Brasilien wurde 1500 durch Pedro Alvares de Cabral für die portugiesische Krone in Besitz genommen. Der Versuch einer staatlichen Förderung der kolonialen Erschließung durch ein System der Landschenkung scheiterte. Erst durch die Initiative der privatwirtschaftlich organisierten und paramilitärisch operierenden Bandeiras, die Ende des 16. Jahrhunderts auf der Jagd nach Edelmetallen und Indianersklaven ins Landesinnere vordrangen, wurde der portugiesische Kolonialbesitz erschlossen.
Andere europäische Kolonialbesitzungen in Mittel- und Südamerika waren weniger bedeutend. England beanspruchte neben Belize und der Moskitoküste die Inseln Jamaika, Trinidad, Tobago, Barbados und die Bahamas. Frankreich erkämpfte sich Guadeloupe und Martinique und beanspruchte eine Reihe von Antilleninseln. Die Niederländer waren seit dem 16. Jahrhundert in Guayana, später waren Engländer gekommen. 1667 tauschte England seine Ansprüche auf Suriname gegen das niederländische Neu-Amsterdam (New York).

Europäisierung Nordamerikas
In Nordamerika waren die ersten Kolonialisierungsversuche an harten Lebensbedingungen, Krankheiten, dem Widerstand der Indianer und an Rivalitäten zwischen den europäischen Mächten gescheitert. Trotz der Gründung von St. Augustine in Florida (1565) begann die eigentliche Siedlungsgeschichte dort erst im 17. Jahrhundert. In England nahm sie ihren Ausgang mit einem Freibrief für Koloniegründungen, den Jakob I. 1606 für die London Company ausstellte. Jamestown (1607) wurde zur Keimzelle der durch den Tabakanbau wirtschaftlich einträglichen Kolonie Virginia. Mit der "Mayflower" setzten 1620 die Pilgerväter über, die Neuengland besiedelten. Die Gebiete um die Hudson Bay wurden erschlossen, nachdem eine englische Pelzhandelsgesellschaft 1670 die dortigen Hoheits- und Handelsrechte erhalten hatte.
Die erste bedeutende französische Gründung war diejenige von Quebec (1608) am St.-Lorenz-Strom. Der Pelzhandel und die Indianermission führte die Franzosen immer tiefer ins Landesinnere zu den großen Seen und ins Mississippi-Becken. In der Hoffnung, einen Weg zum Pazifik zu finden, gelangten sie 1682 zur Mündung des Mississippi am Golf von Mexiko. 1718 wurde New Orleans gegründet. Grönland wurde ab 1721 von den Dänen besiedelt und christianisiert.
K. Lückemeier

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