Euregio Tirol-Südtirol-Trentino - Tourismus/Schutzgebiete

Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Tourismus/Schutzgebiete

978-3-14-100782-4 | Seite 26 | Abb. 1
Euregio Tirol-Südtirol-Trentino | Tourismus/Schutzgebiete | Euregio Tirol-Südtirol-Trentino – Tourismus/Schutzgebiete | Karte 26/1

Informationen


Die Karte zeigt die Struktur des Tourismus und die Schutzgebiete in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. Sie weist einerseits Tourismusorte in verschiedenen Kategorien und Größen, andererseits flächenhafte Strukturen der Erholung und des Naturschutzes wie Nationalparks aus. Ein Säulendiagramm illustriert die Entwicklung der Übernachtungszahlen in Südtirol zwischen 1980/81 und 2011/12.

Touristisches Angebot
Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino verfügt über ein vielfältiges touristisches Angebot mit einem Netz an Wanderwegen, Kurorten und Heilbädern, attraktiven Städten wie Brixen, Bozen und Trient sowie Schutzgebieten wie die Nationalparks Stilfser Joch und Hohe Tauern. Das milde Klima hat zur frühen Entwicklung des Fremdenverkehrs beigetragen. Die Geschichte Merans als Kur- und Fremdenverkehrsort reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Einen besonderen Schub erhielt die Durchgangsregion Südtirol mit der Eröffnung der Brennerbahn 1867. In den letzten Jahrzehnten erlebten der Wintersport und der Erlebnisurlaub im Sommer einen starken Aufschwung. Während in den traditionellen Tourismusregionen wie dem Meraner Land weiterhin der Sommertourismus dominiert, ergänzen sich in den Tälern der Dolomiten der Sommer- und der Wintertourismus. Andere Orte wie die Tiroler Gemeinden Ischgl, St. Anton am Arlberg, Serfaus und Sölden sind dagegen ausgesprochene Wintersportorte.

Übernachtungszahlen
Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino hat mehr als 830 000 Gästebetten. 2011 verzeichneten die rund 61 000 Beherbergungsbetriebe der Euregio mehr als 92 Mio. Übernachtungen. Der größten Anteil (42,9 Mio.) entfiel auf Tirol. Auch in Südtirol ist der Tourismus einer der wichtigsten Bereiche der Wirtschaft. Die rund 10 250 Beherbergungsbetriebe stellen den Gästen fast 220 000 Betten zur Verfügung. Diese Betriebe verzeichnen jährlich mehr als 5 Mio. Ankünfte und fast 29 Mio. Übernachtungen. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe eines Gastes beträgt täglich rund 120 €. Die jährlichen Einnahmen aus dem Tourismus liegen bei mehr als 3 Mrd. €. Das Wachstum der Tourismusbranche setzt sich kontinuierlich fort. Die Zahl der Übernachtungsgäste in Südtirol ist zwischen 1980/81 und 2011/12 von unter 20 Mio. auf fast 30 Mio. gestiegen. Fast die Hälfte der Übernachtungsgäste in Südtirol stammt aus Deutschland, etwa ein Drittel aus Italien. Regionaler Schwerpunkt des Tourismus ist das Meraner Land. 2013 entfiel fast ein Viertel der Übernachtungen in Südtirol auf dieses Gebiet. An zweiter und dritter Stelle standen das Eisacktal (13 %) und Kronplatz im Pustertal (12 %).

Nationalparks
In den Grenzgebieten der Euregio liegen zwei Nationalparks. In ihnen verzahnen sich die unberührte Natur der alpinen Gebirgswelt mit einer seit Jahrhunderten gepflegten Kulturlandschaft mit Alm- und Forstwirtschaft. Im Grenzgebiet der italienischen Regionen Lombardei und Trentino liegt der 1935 ausgewiesene Nationalpark Stilfser Joch. Der 1307 km² große Nationalpark verdankt seinen Namen dem 2758 m hohen Pass Stilfser Joch. Der Nationalpark umschließt die gesamte Ortlergruppe mit dem Ortler (3905 m) und der Zufallspitze (3769 m).
Der 1981 eingerichtete Nationalpark Hohe Tauern erstreckt sich über die österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten. Der Osttiroler Anteil des über1800 km² großen Nationalparks entfällt auf die östlichsten Abschnitte der Euregio. Außerhalb der Euregio liegt in der italienischen Region Venetien (Provinz Belluno) der 1990 eingerichtete Nationalpark Belluneser Dolomiten. Das 2009 deklarierte UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten mit seinen neun einzelnen Gebieten umfasst dagegen auch Teile der Region Trentino wie den Naturpark Schlern-Rosengarten und die Brentner Dolomiten. In der Karte angeschnitten sind außerdem der Schweizerische Nationalpark im Westen und der Nationalpark Berchtesgaden im Nordosten.

Heidrun Kiegel