Eurasien - Völkerwanderung und Reiche (bis zum Tode Theoderichs um 526 n.Chr.)

Geschichte - Früh- und Hochmittelalter

978-3-14-100390-1 | Seite 198 | Abb. 1
Eurasien | Völkerwanderung und Reiche (bis zum Tode Theoderichs um 526 n.Chr.) | Geschichte - Früh- und Hochmittelalter | Karte 198/1

Überblick

Als Völkerwanderung bezeichnet man die Wanderungsbewegungen germanischer Völker und Stämme zwischen dem 2. und 6. Jahrhundert. Die erste Völkerwanderung wurde Ende des 2. Jahrhunderts von den aus dem Ostseeraum kommenden Goten ausgelöst, die in das Gebiet der heutigen Ukraine zogen. Ende des 3. Jahrhunderts kam diese erste Wanderungsbewegung weitgehend zum Stillstand. Die große Völkerwanderung im Europa des 4. und 5. Jahrhunderts wurde ausgelöst von den Hunnen. Dies waren Nomadenstämme aus der heutigen Mongolei, die 35/36 v. Chr. nach langen Kämpfen von den Chinesen vertrieben worden waren. Sie sammelten sich zunächst am Aralsee. 374 n. Chr. zogen sie von dort aus in Richtung Westen und unterwarfen die jeweils ansässigen Stämme. Ein Jahr später besiegten sie die germanischen Ostgoten und zwangen sie zur Heerfolge. Die gotischen Stämme vor sich hertreibend, ging der große Zug der Hunnen in Richtung Donau. Damit wurde dies zum Auslöser einer umfassenden Wanderung zahlreicher germanischer Völker und Stammesverbände (Vandalen, Franken, Burgunder, Sachsen, Angeln, Jüten, Alemannen u. a.).

Schlacht auf den Katalaunische Felder 451 n. Chr.

Nahe der heutigen französischen Stadt Orléans standen sich das römische Heer und die hunnischen Truppen – geführt von Attila – auf den Katalaunischen Feldern gegenüber. Die Heeresstärke war ungefähr gleich groß, doch die taktische Überlegenheit der Römer, die durch Krieger der westgotischen Stämme noch verstärkt wurden, zeigte sich: Attila unterlag in einer verlustreichen Schlacht.