Essen/Mülheim - Stadtklima

Deutschland - Umwelt

978-3-14-100700-8 | Seite 58 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 100.000
Essen/Mülheim | Stadtklima | Deutschland - Umwelt | Karte 58/3

Informationen

Auf der Karte werden die Stadtgebiete von Essen und Mülheim nach klimatischen Gesichtspunkten charakterisiert. Zu diesem Zweck wird das Stadtklima in sogenannte Klimatope unterteilt, also in Flächen mit vergleichbaren mikroklimatischen Verhältnissen. Überdies werden Zusatzfunktionen der Klimatopeigenschaften einzelner Stadtareale durch natürliche und anthropogene Klimafaktoren anhand von Signaturen hervorgehoben. Auf einer dritten Informationsebene sind die für die Belüftung der Städte bedeutsamen Bereiche durch Pfeilsignaturen dargestellt.

Eigenschaften und Arten von Klimatopen
Wichtige Klimaelemente für die Zuordnung eines Gebietes zu einem Klimatop sind neben dem Relief die Flächennutzungsstrukturen. So ist in der Regel von vergleichbaren mikroklimatischen Bedingungen auszugehen, wenn ähnliche oder gleiche Flächennutzungsstrukturen bei gleichen oder ähnlichen Reliefeigenschaften vorliegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ausprägung der Klimaeigenschaften der unterschiedlichen Flächennutzungstypen eng an bestimmte Wetterlagen gekoppelt ist. Nur bei geringer Bewölkung, hoher Einstrahlung am Tage und geringen Windgeschwindigkeiten stellen sich vor allem nachts deutliche Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Nutzungstypen ein. Hierbei bilden sich in den verdichteten Siedlungen sogenannte Wärmeinseln aus.
Freilandklimate stellen sich über den überwiegend landwirtschaftlich genutzten Außenbereichen ein und zeichnen sich durch ungestörte Tagesgänge von Temperatur und Feuchte sowie nahezu unveränderte Windströmungsbedingungen aus. Darüber hinaus handelt es sich um bedeutsame Frischluftgebiete mit einer hohen Ausgleichswirkung für die aus bioklimatischer und immissionsklimatischer Sicht belasteten Gebiete mit Wohnbebauung. Bei geeigneten Wetterlagen tragen landwirtschaftlich genutzte Flächen darüber hinaus zur Kaltluftbildung bei.
Waldflächen mit Waldklima erweisen sich aufgrund sehr geringer thermischer und bioklimatischer Belastungen als wertvolle Regenerations- und Erholungsräume. In der Regel sind Waldflächen darüber hinaus Frischluft- und Reinluftgebiete. Sie können jedoch aufgrund der hohen Rauigkeit im Gegensatz zu den unbewaldeten Freiflächen keine Luftleitfunktion übernehmen. Eine eminent wichtige Eigenschaft von Waldflächen ist ihre Filterkapazität gegenüber Luftschadstoffen. Durch Ad- und Absorption können Waldflächen gas- und partikelförmige Luftschadstoffe ausfiltern.
Die klimatischen Verhältnisse von Park- und Grünanlagen sind meist zwischen Freiland- und Waldklima einzustufen. Große Grünflächen wirken aufgrund des starken Temperatur- und Luftfeuchteganges und der damit einhergehenden Kaltluft- und Frischluftproduktion ausgleichend auf die bebaute und damit meist überwärmte Umgebung aus.
In Bereichen mit einer lockeren Bebauung und einer relativ guten Durchgrünung herrscht Stadtrandklima. Charakteristisch ist hier eine nur schwache Ausprägung von Wärmeinseln. Neben einem ausreichenden Luftaustausch werden in der Regel gute bioklimatische Bedingungen in diesen Stadtbezirken gewährleistet.
Kennzeichnend für das Stadtklima hingegen ist eine überwiegend dichte, geschlossene Zeilen- und Blockbebauung mit meist hohen Baukörpern und engen Straßen. Während austauscharmer Strahlungsnächte kommt es aufgrund des hohen Versiegelungsgrades, der hohen Oberflächenrauigkeiten und der geringen Grünflächenanteile zu einer Zunahme der Überwärmungstendenz.
Charakteristische Flächennutzungen in Innenstadtklimatopen sind Verwaltungs-, Geschäfts- und Wohngebäude mit vielgeschossigen Baublöcken. Weitere typische Merkmale sind ein sehr hoher Versiegelungsgrad und ein geringer Grünflächenanteil. Aufgrund dieser Eigenschaften weist das Innenstadtklima die stärksten mikroklimatischen Veränderungen im Stadtgebiet auf. Hierzu zählen vor allem der starke Wärmeinseleffekt und die starken Windfeldveränderungen, die sich in straßenparallelen Be- und Entlüftungssituationen äußern. Überdies macht sich häufig ein Winddiskomfort durch Böigkeit und Windturbulenzen im Bereich von Straßenschluchten und offenen Plätzen bemerkbar.
Das Gewerbeklima entspricht im Wesentlichen dem Stadtklima und zeichnet sich durch einen ausgeprägten Wärmeinseleffekt, geringe Luftfeuchtigkeit und erhebliche Windfeldstörung aus. Prägend für das Mikroklima und die Luftqualität sind in diesem Bereich neben den ausgedehnten Zufahrtsstraßen und Stellplatzflächen vor allem die erhöhten Emissionen. Das Industrieklima ist mit dem Innenstadtklima vergleichbar. Bedingt durch den hohen Versiegelungsgrad in Kombination mit erhöhten Emissionen kommt es verstärkt zu immissionsklimatischen und bioklimatischen Belastungssituationen. Bei intensiver Aufheizung am Tage bildet sich auch nachts aufgrund der Ausdehnung versiegelter Flächen eine deutliche Wärmeinsel aus, dennoch kühlen die Dächer der Hallen teilweise bemerkenswert aus.
A. Snowdon

Graphiken

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Ökosytem Stadt (Modell)

Durch die Bebauung der Landschaft treten große Unterschiede auf, die sich regionalen Klima, der Lufthygiene, im Lärmaufkommen und in der Energie- und den Stoffströmen bemerkbar machen.
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Die Veränderung der Ökosphäre einer Großstadt

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