Erwartete Veränderung der Bevölkerungsdichte 2004-2020

Deutschland - Bevölkerungsdynamik

978-3-14-100700-8 | Seite 72 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 6.000.000
Erwartete Veränderung der Bevölkerungsdichte 2004-2020 |  | Deutschland - Bevölkerungsdynamik | Karte 72/2

Informationen

Diese und die vorhergehende Karte "Veränderung der Bevölkerungsdichte 1990-2004" (72.1) zeigen denselben Sachverhalt mit unterschiedlichem Zeitbezug. Zwei Merkmale werden miteinander verknüpft: die zeitlich eher stabile Bevölkerungsdichte, gemessen in Einwohnern je Quadratkilometer, und die Veränderung der Bevölkerungsdichte als absolute Differenz zweier Zeitpunkte. Da die Gebietsstände sich nicht verändern, sind die Karten auch zu interpretieren als eine Gruppierung der Bevölkerungsdynamik nach Dichteklassen. Allerdings sagen sie nichts aus über die relative Veränderung der Bevölkerungszahl.

Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung
Die prognostizierte Entwicklung der Bevölkerungsdynamik lässt siedlungsstrukturelle Besonderheiten erwarten. Im Westen werden die Sterbeüberschüsse in die Fläche gehen, wodurch Umland und Land das Niveau der Städte erreichen werden. Im Osten werden — trotz der wieder angestiegenen Fertilität — die Sterbeüberschüsse noch größer, in den Kreisen geringerer Dichte werden sie sogar doppelt so hoch sein wie im Westen. Die Nettowanderungen werden sich im Westen kaum, im Osten eher moderat verändern. Auffällig ist, dass die Wanderungsverluste der neuen Länder zwar die politische Diskussion beherrschen, dass sie aber keineswegs die Hauptursache für die Bevölkerungsabnahme in den neuen Ländern sind.
Die Gemeinden, die in den 1990er-Jahren Brennpunkte des demographischen Wandels waren, lassen eine gemäßigte Entwicklung erwarten. Das Ranking der Gemeindetypen bezüglich der Bevölkerungsentwicklung ist nahezu stabil. Die Dynamik korreliert negativ mit der Gemeindegröße — im Westen ganz eindeutig, im Osten weniger stark, weil dort unter den Großstädten auch Berlin mit seiner teils westlichen Vergangenheit liegt und weil der Suburbanisierungsprozess so neu ist, dass sich suburbane Räume erst noch entwickeln müssen. Es ist auch keineswegs unstrittig, dass die Suburbanisierung in den neuen Ländern sich als ein dauerhafter Prozess etablieren wird. Auslöser solcher kleinräumiger Wanderungen sind vor allem die Bodenpreise mit ihrem Gefälle vom Kern hin zum Rand. Dieser Gradient lässt sich zwar auch in den neuen Bundesländern konstatieren, doch stehen dort andere Rahmenbedingungen des Wohnungsmarkts einer Suburbanisierung entgegen.
Die Voraussagen zur Bevölkerungsdichte bis 2020, die auf Annahmen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung basieren, prognostizieren den neuen Ländern ähnliche Tendenzen wie bisher, den alten Bundesländern hingegen einen starken Verlust an Dynamik. Die Gebiete mit Wachstum werden weniger, Kreise, die bislang ein Wachstum erlebten, werden mit einer Schrumpfung rechnen müssen. Den großräumigen Konzentrationsprozessen mit den Agglomerationen als Wachstumszentren stehen kleinräumige Dekonzentrationsprozesse gegenüber, durch die die Kernstädte — zumindest relativ zu ihrem Umland — verlieren werden.
H. Bucher

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