Erfurt - Historische Stadtentwicklung - 2018

Thüringen - Geschichte und Verwaltung

978-3-14-100385-7 | Seite 27 | Abb. 4
Erfurt | Historische Stadtentwicklung | Thüringen - Geschichte und Verwaltung | Karte 27/4

Überblick

Von den vielen historisch bedeutsamen Städten Thüringens (Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Gera) ist Erfurt heute die größte. Dennoch ist sie für die Hauptstadt eines Bundeslandes relativ klein: Mit ihren 213 000 Einwohnern lässt sie nur noch Mainz, Potsdam und Schwerin hinter sich. Erfurt beherbergt die Landesbehörden, das Bundesarbeitsgericht, eine Universität, eine Fachhochschule und ist katholischer Bistumssitz. Sie hat einen großen mittelalterlich geprägten Altstadtkern mit vielen Pfarrkirchen, Fachwerk- und Bürgerhäusern. Die Stadtbefestigung umschloss Erfurt kreisförmig und besaß zahlreiche Tore. Diese Tore gaben den sich später entwickelnden Vorstädten Erfurts ihre Namen. Bis zum Jahr 1873 entwickelte sich das Stadtgebiet nicht über den Bereich der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert hinaus. Bis 1918 bildete sich ein Gürtel aus Gründerzeitvierteln um die Altstadt. Dazu zählen Brühlervorstadt, Krämpfervorstadt, Johannesvorstadt, Daberstedt und Andreasvorstadt. Dieser Ring aus Altbauten im preußischen Stil ist noch heute vollständig erhalten. Den Sprung zur Großstadt mit über 100 000 Einwohnern schaffte Erfurt im Jahr 1906. In der DDR war Erfurt seit 1952 Sitz des Bezirks Erfurt, bevor es 1990 Hauptstadt des wieder gegründeten Bundeslandes Thüringen wurde. In Erfurt wurden im Krieg relativ wenige Gebäude zerstört, daher ist die Innenstadt bis heute noch vergleichsweise dicht bebaut. Baulücken wurden meist wieder bebaut. Die Naherholungsgebiete befinden sich daher in Erfurt fast ausschließlich am Stadtrand. Die Ausmaße der Erfurter Altstadt werden von zwei Ringstraßen markiert: Der Juri-Gagarin-Ring vollzieht den Verlauf der ersten Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert nach, deren letzte Reste Mitte des 19. Jahrhunderts geschleift wurden. Die Stadtmauer, die im 14. und 15. Jahrhundert entstanden war, wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. An dieser Stelle verlaufen im Osten die Stauffenbergallee, im Süden die Schillerstraße, im Westen die Straße des Friedens, die Heinrichstraße und die Biereyestraße sowie im Norden die Blumenstraße und die Schlüterstraße. Das historische Zentrum ist deckungsgleich mit dem heutigen Geschäftszentrum (Fußgängerzone).

Differenzierende Karte

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