Erdgasgewinnung

Russland

978-3-14-100870-8 | Seite 149 | Abb. 3
 | Erdgasgewinnung | Russland | Karte 149/3

Überblick

Erdgas entsteht aus organischen Substanzen, die vor Jahrmillionen zum Beispiel im Meer abgelagert und unter Luftabschluss sowie Temperatur- und Druckeinfluss in gasförmige Kohlenwasserstoffe umgewandelt wurden. Die Vorkommen befinden sich heute in Schichten aus porösen Speichergesteinen, die mehrere Hundert, oft sogar mehrere Tausend Meter unter der Erdoberfläche liegen. Die Lagerstätten werden von undurchlässigen Gesteinsschichten begrenzt.

Um Erdgaslagerstätten zu finden, werden seismische Untersuchung vorgenommen, bei denen mittels künstlicher Druckwellen, die von den Gesteinsformationen reflektiert werden, ein dreidimensionales Bild des Untergrundes entsteht. Wird ein ausreichend großes, nicht zu tief gelegenes Vorkommen entdeckt, beginnt der Förderprozess mit dem Setzen eines Standrohres, das unter anderem die Grundwasser führenden Schichten schützt. Bei den Förder- bzw. Betriebsbohrungen müssen teilweise extrem harte Gesteine in sehr großen Tiefen durchbohrt werden. Zur Erdoberfläche strömt das Erdgas aufgrund des natürlichen Druckgefälles zwischen Lagerstätte und Erdoberfläche oder weil der Gasdruck in der Lagerstätte mit technischen Mitteln erhöht wurde (Einpumpen anderen Gases).

Die Qualität des Erdgases ist sehr unterschiedlich. Weil es häufig unerwünschte Beimischungen enthält, wird es zuerst zur Aufbereitung befördert, wo es gereinigt wird und unerwünschte Bestandteile abgetrennt werden. Die Trocknung dient dem Entzug von Wasser oder höheren Kohlenwasserstoffen. Sie ist ein elementarer Bestandteil der Aufbereitung, weil sie einen gleich bleibenden Brennwert garantiert.

Der Transport erfolgt meist über Pipelines. In der Verdichtestation wird das Erdgas komprimiert, dabei wird sein Volumen für den Transport und die Lagerung um etwa das 250-fache verringert. Gespeichert wird der Erdgas entweder in - meist kleineren - oberirdischen Anlagen oder in Untertage-Gasspeichern, bei denen es sich häufig um ehemalige Salzstöcke handelt. Anschließend kann das Erdgas zum Beispiel für die Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt werden, aber auch für Heiz-und Kochzwecke sowie für die Warmwassererzeugung in Privathaushalten.