Erde - Weitgehend unberührte Weltregionen heute

Geschichte - Geographische Entdeckungen

978-3-14-100380-2 | Seite 203 | Abb. 4
Erde | Weitgehend unberührte Weltregionen heute | Geschichte - Geographische Entdeckungen | Karte 203/4

Überblick

Auch heute noch gibt es Regionen auf der Erde, die nur sehr dünn bis gar nicht besiedelt sind. Dazu zählen das nördliche Nordamerika und Grönland, das nördliche Asien (besonders Sibirien), die Sahara, das Amazonasbecken, das australische Binnenland (besonders das mittelaustralische Tiefland) und die Antarktis.

Unwirtliche Lebensbedingungen

Dies ist zurückzuführen auf die unwirtlichen Lebensbedingungen, die in diesen Regionen herrschen. Diese Bedingungen sind in erster Linie vom Klima bestimmt. Die Sahara und das australische Binnenland sind lebensfeindliche Wüsten. Auf der nördlichen Halbkugel sind Nadelwälder, geringe Niederschläge, große Temperaturschwankungen und kurze, kühle Sommer kennzeichnend für diese Gebiete. Dies erschwert ein geregeltes menschliches Zusammenleben und zieht keine Siedler an. Stattdessen sind diese Großregionen geprägt durch die Abwanderung junger Menschen. Es sind strukturschwache ländliche Gebiete und damit wirtschaftliche Krisengebiete. Die Böden sind aufgrund ihrer Beschaffenheit kaum fruchtbar und können aus eigenen Kräften und ohne hohen finanziellen Aufwand nicht genutzt werden. Daher ändert sich die Bevölkerungszahl in diesen Gebieten trotz des globalen Bevölkerungswachstums nur wenig.

Amazonasbecken

Ein Gegenbeispiel zu den unfruchtbar-kalten Lebensräumen stellt das Amazonasbecken dar, das in seinem Zentrum von vielfältigen indigenen Völkern ebenfalls sehr dünn besiedelt ist. Hier ist allerdings die pflanzliche Produktivität aufgrund des Klimas sehr hoch. Es wird beherrscht von immergrünem Sumpfwald auf überfluteten Ebenen und Küsten, von hohen Niederschlägen und gleichförmig hohen Temperaturen. Durch die Abholzung des Regenwaldes und das Bevölkerungswachstum schrumpft die Fläche weitgehend noch unberührter Regionen jedoch zunehmend. Siedler bekamen zum Beispiel im Rahmen von staatlichen Ansiedlungsmaßnahmen Grundstücke zum Ackerbau zugewiesen, um Flächen im Amazonasgebiet zu erschließen. Diese Farmer und Viehzüchter gefährden durch großflächige Rodungen die Wälder, die die Lebensgrundlage der indigenen (einheimischen) Bevölkerung sind. Weitere Menschen kamen im Rahmen von Industrie und Handel in die Region. So zog etwa die Einrichtung einer Freihandelszone in Manaus viele Zuzügler an.

Differenzierende Karte

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