Erde - Warenhandel 2000 und 2017

Erde - Weltwirtschaft

978-3-14-100382-6 | Seite 184 | Abb. 1
Erde | Warenhandel 2000 und 2017 | Erde - Weltwirtschaft | Karte 184/1

Überblick

Internationalisierungs- und Globalisierungstendenzen, die sich vor allem in einer immer engeren Verflechtung der weltweiten Güterproduktion, der Dienstleistungen und der Finanzmärkte zeigen, haben vor allem Industriestaaten und Schwellenländern seit 1990 eine starke wirtschaftliche Dynamik beschert, die sich unter anderem in einer raschen Ausweitung des Welthandels manifestiert. 1990 lag der Warenwelthandel bei 3500 Milliarden US-$, bis 2000 stieg er auf rund 6186 Milliarden US-Dollar und bis 2016 auf 15 464 Milliarden US-$ an. Für die Zukunft erwarten Experten eine weitere Zunahme. Als wichtigste Triebkräfte für diese Entwicklungen werden angesehen: – die drastische Verringerung der Transportkosten, vor allem durch den Containerschiffsverkehr, aber auch im gesamten Luftfrachtbereich – die deutlich verbesserten Möglichkeiten für die Kommunikation und Datenverarbeitung im Zuge der Entwicklung der Informationstechnologie und des Internets – die Liberalisierung der Wirtschaft durch den Abbau von Zöllen (die aktuell [2018] jedoch teils wieder ausgeweitet werden) und anderen Handelserschwernissen – die Intensivierung von Wirtschaftsbündnissen.

Warenwelthandel 2000 und 2016 nach Staaten

Im Jahr 2000 hatten die USA mit 15,6 Prozent mit Abstand den größten Anteil am Warenwelthandel, gefolgt von Deutschland (8,1 %) und China (6,8 %). 2016 lag China mit einem Anteil von 15,1 Prozent an der Spitze, vor den USA (11,5 %) und Deutschland (7,2 %). Die Plätze 4–6 haben sich zwischen 2000 und 2016 nicht verändert: Japan liegt vor Großbritannien und Frankreich. Im unteren Drittel der Top Ten kam es jedoch zu Veränderungen: Kanada stürzte ab von Rang 7 auf Rang 10, Italien verlor einen Platz, Belgien fiel raus aus der Top Ten, dafür stieg Südkorea von Rang 12 auf Rang 8 auf. Auch die Niederlande konnten sich von Rang 9 auf Rang 7 verbessern. Den größten Sprung schaffte Indien, das sich von Platz 29 auf Platz 13 verbesserte.

Ausblick

Nach den gegenwärtigen Prognosen wird die Bedeutung Asiens, insbesondere Chinas, im Zuge dieser Entwicklung weiter wachsen, während der Anteil Europas am Welthandel auf längere Sicht tendenziell eher fallen wird. Allerdings sind auch protektionistische Tendenzen zu beobachten. So kommt etwa der Ausbau bestimmter Freihandelsabkommen nicht so rasch voran, wie ursprünglich von den Partnern geplant. Auch werden sich die Handelssanktionen der US-Regierung unter Donald Trump und die Reaktionen der davon betroffenen Staaten auf den freien Handel auswirken. Ein markanter Einschnitt ist der Austritt Großbritanniens aus der EU. Wie sich solche Tendenzen und Entwicklungen auf das Handelsvolumen weltweit auswirken, ist unklar.

Warenwelthandel 2000 und 2016 nach Wirtschaftsregionen

Zwischen 2000 und 2016 sind die Handelsbeziehungen zwischen allen Wirtschaftsregionen der Erde intensiver geworden. Am auffälligsten ist das Erstarken von China. Aber auch die anderen asiatischen Staaten konnten ihre Position im Welthandel stark ausbauen. Die wichtigsten Wirtschaftsregionen sind Nordamerika, Europa, China und die restlichen asiatischen Staaten.

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