Erde - Vernetzte Welt

Erde - Staaten, Internet, Zeitzonen

978-3-14-100800-5 | Seite 282 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 180.000.000
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Überblick

Die weltweiten Datenströme sind stark auf die Länder der Triade (Nordamerika, EU, Ost- und Südostasien) ausgerichtet. Innerhalb dieser Gruppe nimmt das Mutterland des Internet, die USA, noch einmal eine besondere Stellung ein. In den USA befinden sich die meisten „Internetknoten“, die Austauschpunkte für den Datenverkehr im Internet. Untereinander sind die Netzknoten durch Hochgeschwindigkeitsverbindungen verbunden.

In den USA haben auch sehr viele marktbeherrschende Internetunternehmen ihren Sitz. Deren Einfluss verdeutlicht die Karte anhand der meistbesuchten Internetseiten. Von Ausnahmen wie Russland und China abgesehen, sind Google und Facebook die meistbesuchten Seiten. Unter den vier größten börsennotierten Unternehmen weltweit waren 2014 allein drei Informationstechnologie-Unternehmen aus den USA.

Eine Sonderstellung nimmt China ein. Die Internetnutzung dort wird mitbestimmt durch eine politische motivierte Teilabschottung und Zensur. Dies führt zur Einschränkungen der Informationsfreiheit und zur Ausbildung von Parallelstrukturen, zum Beispiel im Onlinehandel und bei Suchmaschinen (Baidu als Alternative zu Google). Dies äußert sich in vergleichsweise geringen Datenströmen, die im Gegensatz zur wirtschaftlichen Stellung Chinas zu stehen scheinen. Eine Sonderstellung innerhalb Chinas nimmt aufgrund ihrer Geschichte nur die Sonderverwaltungszone Hongkong ein.

Das russische Unternehmen Yandex bietet ähnliche Dienstleistungen wie Google an, unter anderem eine Suchmaschine, E-Mail-, Cloud-, Karten- und Übersetzungsdienste sowie eine Vertriebsplattform für Software. Eine marktbeherrschende Stellung hat Yandex in Russland (Marktanteile Yandex 64 %; Google 22 %).

Eine „digitale Kluft“ wird in Afrika und Südasien deutlich: Mit wenigen Ausnahmen gibt es in diesen Räumen hohe Anteile der Bevölkerung, die von der Nutzung des Internets ausgeschlossen sind. Da der Zugang zu Informationen heute als zentraler Schlüssel für technologischen, wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Fortschritt gilt, wird dies den Abstand zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen noch vergrößern. Eine Verbesserung der Situation kann hier möglicherweise durch mobiles Internet erreicht werden, das zunehmend Verbreitung findet und bei dem wesentlich geringere infrastrukturelle Voraussetzungen nötig sind als bei schnellen Datennetzen.

Alle Länder der Erde haben Anspruch auf eine sogenannte Top-Level-Domain, also einen Adressbereich im Internet, der durch ein Länderkürzel aus zwei Buchstaben am Ende bestimmt wird. Einige Länder nutzen dieses Länderkürzel für kommerzielle Zwecke und erzielen daraus finanzielle Einnahmen, zum Beispiel Tuvalu (.tv). Der Inselstaat hatte 2013 ein BIP von rund 40 Mio. US-Dollar. Aus dem Verkauf der tv-Domain erzielte Tuvalu Einnahmen von 50 Mio. US-Dollar. Hintergrund ist die Eignung des Kürzels für Internetangebote von Fernsehsendern. Der Inselstaat Antigua und Barbuda in der Karibik ist mit seiner Domain .ag besonders für Aktiengesellschaften interessant.