Erde - Politische und militärische Bündnisse

Geschichte - Die Vereinten Nationen

978-3-14-100380-2 | Seite 223 | Abb. 3
Erde | Politische und militärische Bündnisse | Geschichte - Die Vereinten Nationen | Karte 223/3

NATO und OAS

NATO Seit dem Zerfall der bipolaren Bündnisstrukturen des Kalten Krieges ist die NATO das wichtigste Militärbündnis der Erde. Die Zusammenarbeit umfasst im Rahmen der „Partnerschaft für den Frieden“ auch bündnisfreie Staaten wie Schweden, Finnland, die Schweiz, Österreich und Irland. In Osteuropa hat Russland seinen militärischen Einfluss weitgehend verloren, zahlreiche Staaten wie Polen, Tschechien, Ungarn sowie die baltischen Republiken sind der NATO beigetreten. Das einzige islamische Mitgliedsland der NATO ist die Türkei. Frankreich und Spanien sind militärisch eigenständige Mitglieder, Island hat keine eigenen Streitkräfte. Sitz der NATO ist Brüssel in Belgien, Gründungsort war Washington. OAS Auf dem amerikanischen Doppelkontinent dient die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) als Bündnis zur gemeinsamen militärischen Absicherung. Nur einige überseeische Besitzungen wie Französisch-Guyana sind nicht Mitglied, Kuba war von 1962 bis 2009 suspendiert. Neben der gemeinsamen Sicherung nach außen ist die zwischenstaatliche Konfliktschlichtung Aufgabe der OAS. Ihr Sitz ist Washington, Gründungsort war Bogotá.

Golf-Kooperationsrat und Afrikanische Union

Golf-Kooperationsrat Die Golfanlieger Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate bilden mit dem Golf-Kooperationsrat, kurz Golfrat, innerhalb der arabischen Welt ein regionales, auf Friedenssicherung und Verteidigung ausgerichtetes militärisches Bündnis mit Sitz in Riad. Afrikanische Union Die islamischen Staaten Nordafrikas außer Marokko sind, wie alle anderen Staaten des Kontinents, Mitglieder der Afrikanischen Union. Die Afrikanische Union (AU) ist kein Militärbündnis, sondern soll vielmehr der innerafrikanischen Zusammenarbeit und der gemeinsamen Interessenvertretung nach außen dienen. Ihr Sitz ist Addis Abeba in Äthiopien.

Weitere Bündnisse

Zu den regionalen Organisationen, die nicht in der Karte dargestellt sind, zählen unter anderem der Arktische Rat, die APEC (Wirtschaftsbündnis im asiatisch-pazifischen Raum), die Blockfreien Staaten, das Commonwealth of Nations, die EU, die Gruppe der Acht (G8), NAFTA und MERCOSUR als Wirtschaftsbündnisse, die Maghreb-Union (Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien), die Organisation der Islamischen Konferenz, die OSZE und das ANZUS-Abkommen zwischen den USA, Australien und Neuseeland. Über die dargestellten Bündnisse hinaus gibt es zahlreiche Beispiele für die Kooperation einzelner Staaten.

GUS und Arabische Liga

GUS Die GUS ist, mit Ausnahme der baltischen Republiken und Georgiens, identisch mit der ehemaligen Sowjetunion, die Mitgliedschaft der Ukraine ruht. Ihr Sitz ist Minsk. Die GUS war vordergründig nicht als militärisches Bündnis gedacht, sondern sollte der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit dienen, auch wenn zwischen bestimmten Staaten wie Weißrussland und Russland überdies eine Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vertraglich geregelt wurde. Da die GUS die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte, wurden in ihrem Geltungsbereich seit 1996 eine Reihe regionaler Bündnisse geschlossen, darunter die GUAM (Georgien, Ukraine, Aserbaidschan, Moldawien und Usbekistan). Arabische Liga Die Arabische Liga umfasst außer den islamischen Staaten Westasiens – ohne die Türkei, Iran, Pakistan, Afghanistan und die mittelasiatischen Staaten – auch diejenigen Nordafrikas, den Sudan, Somalia und die Komoren. Sie dient der Förderung der Zusammenarbeit der Länder auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem und sozialem Gebiet, der Schlichtung von Streitfällen zwischen Staaten und der Vertretung gemeinsamer arabischer Interessen. Ein zentrales Ziel ist die Einrichtung eines palästinensischen Staates. Die Arabische Liga beinhaltet auch Vereinbarungen zur Verteidigung, ist aber wie die GUS kein militärisches Bündnis. Ihr Sitz ist Kairo in Ägypten.

ASEAN und SCO

ASEAN In Südostasien haben Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam mit der ASEAN ein hauptsächlich auf Wirtschaft, Kultur und Soziales ausgerichtetes Bündnis gegründet, das einen ähnlichen Integrationsgrad anstrebt wie die EU. Nicht zuletzt aufgrund dieses Bündnisses entwickelten einige der beteiligten Länder ab den 1980er-Jahren eine starke wirtschaftliche Dynamik. Ein erklärtes Bündnisziel ist die Friedenssicherung. Sitz ist Jakarta in Indonesien. SCO Unter dem Dach der Shanghai Cooperation Organization (SCO), dem zweitjüngsten und bevölkerungsreichsten der großen Bündnisse, kooperieren Russland, China und die meisten Staaten Mittelasiens. Zahlreiche Staaten sind per Beobachterstatus oder Dialogpartnerschaft mit der SCO verbunden, darunter die Türkei. Erklärte Schwerpunkte sind die Sicherheitspolitik, die Vermeidung bzw. Beilegung von Konflikten in der Region und die politische, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Das Bündnis hält auch Militärmanöver ab. Sitz der SCO ist Peking.

Basiskarte

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