Erde - Niederschläge im Januar (Nordwinter/Südsommer)

Erde - Klima (effektive Gliederung) und Niederschläge

978-3-14-100800-5 | Seite 246 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Erde | Niederschläge im Januar (Nordwinter/Südsommer) | Erde - Klima (effektive Gliederung) und Niederschläge | Karte 246/3

Überblick

Die Karten verdeutlichen die großen regionalen und jahreszeitlichen Unterschiede der Niederschlagsverteilung auf der Erde. Dabei wird der enge Zusammenhang mit der Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone deutlich, die mit dem wandernden Zenitstand der Sonne verbunden ist. Dadurch wandert die Zone der maximalen tropischen Niederschläge im Nordsommer (Juli) zum Teil bis über den nördlichen Wendekreis hinaus. Zu dieser Zeit steht die Sonne nahe des nördlichen Wendekreises im Zenit. Dabei verschieben sich die polwärts anschließenden tropisch-subtropischen Trockengebiete nach Norden.

Im Nordwinter (Januar) steht die Sonne nahe des südlichen Wendekreises im Zenit. Dadurch verlagert sich das Verbreitungsgebiet der tropischen Zenitalregen auf die Südhalbkugel. Entsprechend rücken auf der Nordhalbkugel die subtropisch-tropischen Trockengebiete in südlicher Richtung nach bzw. werden auf der Südhemisphäre polwärts abgedrängt.

Bei einem Vergleich der Lage der Innertropischen Konvergenzzone im Januar und Juli fällt auf, dass diese über den Kontinenten im Sommer jeweils weiter polwärts wandert als über den Ozeanen – eine Folge der rascheren und stärkeren Erwärmung von Festlandsmassen gegenüber Meeresflächen und der mit ihr verbundenen Intensivierung der tropischen Konvektion.

Die jahreszeitliche Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone geht mit einer entsprechenden Verschiebung der anderen Druck- und Windgürtel einher. So hat ihre extreme Nordverlagerung im Juli über dem indischen Subkontinent eine Umlenkung des ursprünglichen Südostpassates der Südhalbkugel beim Übertritt über den Äquator zu einem Südwestpassat zur Folge. Im Mittelmeerraum wechseln sich im Laufe eines Jahres der Einfluss der Westwindzirkulation und der subtropischen Hochdruckgebiete ab.

Zur Erklärung der Verlagerung der ITCZ können die beiden Diagramme zur Tageslänge einbezogen werden. Im Nordsommer ist die Einstrahlung der Sonne auf der Nordhalbkugel höher als auf der Südhalbkugel, im Nordwinter ist es umgekehrt. In den Tropen ist die Einstrahlung dagegen ganzjährig hoch.