Erde - Neolithische Revolution und frühe Hochkulturen

Geschichte - Ur- und Frühgeschichte

978-3-14-100391-8 | Seite 192 | Abb. 2
Erde | Neolithische Revolution und frühe Hochkulturen | Geschichte - Ur- und Frühgeschichte | Karte 192/2

Natürliche Vegetation

Die natürlichen Vegetationsgürtel der Erde lassen gegenüber dem Höhepunkt der Eiszeit eine Rückverlagerung polwärts erkennen. Grund hierfür war die allgemeine Erwärmung und die meist wieder zunehmenden Niederschläge. Damit zeigt die Karte den Zustand, der auch heute noch die Erde charakterisieren würde, gäbe es den Einfluss des Menschen nicht. Die sich während der jüngeren Steinzeit (6000 bis 1000 vor heute) ausbreitende Landwirtschaft hatte noch nicht die räumlichen Ausmaße erreicht, dass in der Karte Kulturland größerer Ausdehnung zu verzeichnen wäre. Am deutlichsten ist die klimazonale Abfolge der natürlichen Vegetationsgürtel in Osteuropa, in Westsibirien sowie in Afrika. Von den Tropenkontinenten hat Afrika die übersichtlichste zonale Gliederung. Nur in Ostafrika wird die zonale Abfolge durch das Relief teilweise abgewandelt. Amerika und Asien sind Kontinente, wo sich Nord-Süd bzw. West-Ost streichende Gebirgssysteme stark auf Klima- und Vegetationsgliederung auswirken und die zonale Gliederung modifizieren.

Hochkulturen

Die Karte zeigt die Erde während des Übergangs von der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) zur Jungsteinzeit (Neolithikum). Hochkulturen entwickeln sich. Die meisten sind durch ihre intensiven Beziehungen zu einem Flusssystem bestimmt (Ägypten am Nil, Mesopotamien an Euphrat und Tigris, Indien am Indus und China am Huang He). Eine Ausnahme bilden die indianischen Hochkulturen in Amerika (z. B. Inkareich), für die die Lage in Hochebenen und Hochtälern der Gebirge typisch ist. Unterschiede zu früheren Abschnitten der Steinzeit sind die dauernde Kultivierung von Pflanzen und die Züchtung von Haustieren. Der Pflug ist eines der wichtigsten neuen Arbeitsgeräte in der Landwirtschaft. Mit dem Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft wird eine grundlegende Umgestaltung der Naturlandschaft eingeleitet. Neben der Landwirtschaft etablieren sich zahlreiche weitere Neuerungen und Weiterentwicklungen. Keramik, Töpferscheibe und die Anfänge der Verarbeitung von Kupfer (im 4. Jahrtausend v. Chr., Bronze ab 2500 v. Chr.) sind Erfindungen, die das Handwerk und die Vorratshaltung revolutionieren. Es vollzieht sich die Aufspaltung der Bevölkerung in verschiedene Berufsgruppen (Bauern, Handwerker, Krieger). Die Errichtung von Ziegelbauten ermöglicht die Weiterentwicklung des Haus- und Siedlungsbaus. Als älteste Stadt gilt Jericho (entstanden vor etwa 8000 bis 6000 Jahren).

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