Erde - Naturgefahren und Naturrisiken

Erde - Naturrisiken und Klimawandel

978-3-14-100384-0 | Seite 170 | Abb. 1
Erde | Naturgefahren und Naturrisiken | Erde - Naturrisiken und Klimawandel | Karte 170/1

Überblick

Weltweit werden pro Jahr mehr als eine Million Erdbeben registriert. Sie sind allerdings nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentrieren sich auf bestimmte Teile der Erdoberfläche, die Plattengrenzen (siehe Karte 168/169.1 „Plattentektonik, Erdbeben und Vulkanismus“). Wegen ihrer großen Verbreitung, ihrer Unberechenbarkeit und der großen Bandbreite an möglichen Schäden in besiedelten Gebieten zählen sie zu den gefährlichsten Naturereignissen. Starke Erdbeben können Folgeprozesse wie Tsunamis, Schlammströme und Hangrutschungen auslösen.

Tropische Wirbelstürme

Jedes Jahr gibt es weltweit 30–100 tropische Wirbelstürme. Sie werden in der Karibik als Hurrikan, im indonesischen Raum als Taifune und um Australien als Willy Willies bezeichnet. Tropische Wirbelstürme können sich nur über Meeren mit hohen Wassertemperaturen (26–28 °C) entwickeln. Die darüber lagernden feuchtwarmen und damit labilen Luftmassen steigen im Einflussbereich der Innertropischen Konvergenzzone (ITC) auf und bilden mächtige Wolkentürme. Die bei der Kondensation der aufsteigenden Luftpakete frei werdende Energie verleiht der Luft zusätzlichen Auftrieb und stellt die eigentliche Antriebsquelle der charakteristischen Wirbelbildung dar. Die einsetzende Drehbewegung der Luftmassen lässt einen tropischen Wirbelsturm entstehen. Im Gegensatz dazu sind Tornados deutlich kleinräumiger. Sie entstehen im Sommer und kommen am häufigsten im Mittleren Westen der USA vor.

Vulkanausbrüche

Mehr als 75 Prozent der vulkanischen Aktivitäten sind auf den Pazifischen Feuerring konzentriert (siehe Karte 168/169.1 „Plattentektonik, Erdbeben und Vulkanismus“). Dort ist eine Kette aktiver Vulkane parallel zu den Tiefseegräben angeordnet. Während durch effusiven Vulkanismus (z. B. auf Hawaii), bei dem dünnflüssige Lava herausfließt, selten große Katastrophen entstehen, sind Orte mit explosivem Vulkanismus, bei dem sich zähflüssige Lava unter hohem Gasdruck aufstaut und dann explosionsartig herausgeschleudert wird (z. B. am Vesuv), stark gefährdet.

Sturmfluten

Bei Sturmfluten wird durch einen auflandigen Sturm ein außergewöhnlich hoher Wasserstand an flachen Küsten, vor allem in Buchten und Mündungstrichtern großer Flüsse, hervorgerufen. Dadurch kommt es oft zu schweren Überschwemmungen, wie 1962 im Bereich der Elbmündung. Ein besonders hohes Risiko besteht an stark gegliederten Küsten, an denen eine Sturmflut im ungünstigen Fall durch die Gezeiten verstärkt werden kann.

Klimawandel

Aufgrund des globalen Klimawandels werden sich die durchschnittlichen Temperaturen bis Ende des 21. Jahrhunderts weltweit erhöhen, allerdings in verschiedenen Weltregionen unterschiedlich stark. In weiten Teilen der tropisch-subtropischen Trockengebiete wird ein weiterer Rückgang der Niederschläge erwartet, während sie in den mittleren und polaren Regionen eher zunehmen werden. Darüber hinaus wird ein größerer Energiegegensatz zwischen Äquator und Polargebieten zu einer verstärkten Zirkulation und Bildung von dynamischen Tiefdruckgebieten beitragen. Dies wird insbesondere in den mittleren Breiten extreme Witterungserscheinungen wie Dürre- und Hitzeperioden, Hochwasser und Stürme begünstigen. Der Meeresspiegelanstieg betrifft zunächst die Inselstaaten im Pazifischen und Indischen Ozean, deren Territorium nur geringfügig über dem Meeresspiegel liegt, aber auch Staaten wie die Niederlande, die teilweise unterhalb des Meeresspiegels liegen.

Lebendige Karte

#
Vulkanforscher in Chile
aufrufen