Erde - Bündnisse im Zweiten Weltkrieg (1.9.1939–8.5.1945)

Geschichte - Der Zweite Weltkrieg und seine Ergebnisse

978-3-14-100391-8 | Seite 217 | Abb. 4
Erde | Bündnisse im Zweiten Weltkrieg (1.9.1939–8.5.1945) | Geschichte - Der Zweite Weltkrieg und seine Ergebnisse | Karte 217/4

Überblick

Als das Deutsche Reich mit dem Einmarsch in Polen (1. September 1939) den Zweiten Weltkrieg auslöste und seine Feldzüge in Polen, Dänemark, Norwegen, den Beneluxstaaten und Frankreich (1939/40) unternahm, hatte es noch keine Verbündeten.

Die Achsenmächte und ihre Verbündeten

Erst am 27. September 1940 wurde in Berlin ein Bündnisvertrag zwischen Deutschland, Italien und Japan (Achsenmächte) abgeschlossen. Italien hatte 1939 Albanien besetzt und war im Juli 1940 mit Kriegserklärungen an Frankreich und Großbritannien in den Krieg eingetreten, im Sommer 1940 hatten die Kriegshandlungen in Afrika begonnen. Japan hatte 1939 Bündnisverhandlungen mit Deutschland geführt, die aber erst im Sommer 1940 unter einer neuen Regierung wieder aufgenommen wurden. Japan hatte zwischen 1937 und 1940, von seinen Besitzungen in Korea ausgehend, zwar große Teile Chinas besetzt und dort eine japanfreundliche Regierung installiert, aber den Krieg nicht gewinnen können. Die Achsenmächte wollten einen europäischen Machtbereich (unter Vorherrschaft Deutschlands und Italiens) und einen asiatisch-pazifischen Machtbereich (unter Vorherrschaft Japans) etablieren. Noch 1940 traten Ungarn, Rumänien und die Slowakei dem Dreimächtepakt bei, 1941 Bulgarien und Kroatien. Jugoslawien wurde in deutsche und italienische Besatzungszonen aufgeteilt. Zu den Achsenmächten gehörten auch die italienischen und japanischen Kolonien. In Thailand installierte Japan ein Satellitenregime, das 1941 zum Kriegseintritt gezwungen wurde. Ihren größten Machtbereich erreichten die Achsenmächte 1942. Deutschland hatte 1941 neben Jugoslawien auch Griechenland besetzt und eroberte 1942 große Teile der Sowjetunion. Japan hatte neben den besetzten Gebieten in China fast ganz Südostasien unter seiner Kontrolle. Das Dreiecksbündnis Berlin-Rom-Tokio zeigte allerdings Risse. Japan beispielsweise führte parallel Geheimverhandlungen mit den USA über eine Regelung seiner Ansprüche im Pazifik (die scheiterten) und ließ sich vom Deutschen Reich nicht zum Kriegseintritt gegen die Sowjetunion bewegen.

Die Alliierten und ihre Verbündeten

Die Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und die USA reagierten unterschiedlich auf die deutsche Expansionspolitik, ein starkes Militärbündnis gab es nicht. Zwischen Polen und Frankreich bzw. Großbritannien bestanden Abkommen, die nach dem Überfall auf Polen zu Kriegserklärungen führten. Mit Großbritannien traten Australien, Neuseeland, Südafrika, Kanada und Indien in den Krieg ein. Hinzu kamen die 1940/41 besetzten Gebiete: Norwegen, Dänemark, die Beneluxstaaten, Jugoslawien und Griechenland. Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und der Angriff Japans auf Pearl Harbor 1941 machten auch die USA, die Sowjetunion und weitere Staaten in Asien und Lateinamerika zu Kriegsbeteiligten. Mit wenigen Ausnahmen (in Europa zum Beispiel Irland, Schweden, Schweiz, Spanien, Portugal) befand sich die ganze Welt im Krieg. Aber das Zustandekommen einer Anti-Hitler-Koalition verzögerte sich. Zwar herrschte prinzipiell Einigkeit über deren Notwendigkeit, die USA und Großbritannien akzeptierten aber zunächst nicht die Kriegsziele der Sowjetunion. Erst am 26. Mai 1942 kam es zum britisch-sowjetischen Bündnisvertrag. Aber das Misstrauen zwischen den Verbündeten blieb, zumal die West-Alliierten mit der Errichtung einer zweiten Front in Frankreich zögerten, von der sich die Sowjetunion Entlastung versprach. Die USA und Großbritannien arbeiteten dagegen eng zusammen. Auf der geheimen Casablanca-Konferenz im Januar 1943 einigten sich Roosevelt und Churchill auf die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte als gemeinsames Kriegsziel. In Kairo beschlossen sie mit China Regelungen für die Zukunft Ostasiens (Selbstständigkeit Koreas, Rückgabe Taiwans). Bei ihrem ersten Dreier-Treffen Ende 1943 in Teheran vereinbarten Churchill, Roosevelt und Stalin eine Invasion in Frankreich 1944, neue Grenzziehungen in Ostmitteleuropa und die Aufteilung Deutschlands nach dem Krieg. Die Krimkonferenz (1945) führte zur Einbeziehung Frankreichs als Besatzungsmacht und legte das Fundament für die UNO. In Potsdam wurde 1945 von den Siegermächten die Neuordnung in Mittel- und Osteuropa verhandelt. In Asien endete der Krieg am 2. September 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Japans.