Entwicklung der Großstädte in Deutschland

Geschichte - Deutschland im 19. Jahrhundert

978-3-14-100382-6 | Seite 209 | Abb. 4
 | Entwicklung der Großstädte in Deutschland | Geschichte - Deutschland im 19. Jahrhundert | Karte 209/4

um 1850

Im Gebiet des Deutschen Bundes um 1850 gab es acht Großstädte mit über 100 000 Einwohnern. Mit Berlin (419 000 Einwohner), Hamburg (132 000 Einwohner), München (110 000 Einwohner), Dresden (101 000 Einwohner) und Köln (101 000 Einwohner) lagen fünf im Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Wien hatte damals schon 444 000 Einwohner, Prag 118 000 und Breslau 114 000 Einwohner.

um 2018

Heute hat Deutschland vier Millionenstädte: Berlin mit 3,6 Millionen Einwohnern, dahinter Hamburg (1,8 Mio. Einwohner), München (1,5 Mio. Einwohner ) und Köln (1,1 Mio. Einwohner). Die 1880 noch bedeutenden Großstädte wie Altona bzw. Barmen und Elberfeld sind heute Stadtteile von Hamburg bzw. Wuppertal. Zehn Städte besitzen zwischen 500 000 und 1 Million Einwohner, allen voran Frankfurt mit 747 000 Einwohner. Hinzu kommen weitere 25 Großstädte mit 100 000 bis 500 000 Einwohnern. Damit hat sich das Städtenetz in Deutschland stark vergrößert. Insgesamt leben 77 Prozent aller Deutschen in Städten (alle Städte, nicht nur Großstädte).

um 1880

Die beginnende Industrialisierung führte innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem starken Wachstum der Städte. Dieses war das Ergebnis einer ersten großen Wanderungsbewegung, der Landflucht, die zunächst das Umland, dann auch weiter entfernt gelegene Räume umfasste. Zum anderen war es eine Folge der hohen Geburtenraten in den Städten, nicht zuletzt aufgrund der Altersstruktur der Zuwanderer. So gab es um 1880 bereits 18 Großstädte im Gebiet des Deutschen Kaiserreiches mit einer Einwohnerzahl zwischen 100 000 und 500 000. Berlin war die einzige Millionenstadt und hatte bereits 1 120 000 Einwohner. Zweitgrößte Stadt war Hamburg mit 240 000 Einwohnern – also weit hinter Berlin.