Emscher Landschaftspark - Tourismus in einer Industrieregion

Tourismus

978-3-14-100755-8 | Seite 13 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 30.000
Emscher Landschaftspark | Tourismus in einer Industrieregion | Tourismus | Karte 13/2

Informationen

Der Emscher Landschaftspark, der sich von Duisburg bis Kamen über den Kernraum des Ruhrgebietes erstreckt, gilt heute als exemplarisches Beispiel für eine postindustrielle Kulturlandschaft, die zum einen durch die traditionelle Industriekultur, zum anderen durch Landschaftsentwicklung geprägt wurde. An Letzterer waren in den vergangenen 18 Jahren außer dem Land NRW, der Emschergenossenschaft und dem Regionalverband Ruhr 20 Städte des Ruhrgebiets und zwei Landkreise beteiligt. Mit Beginn des Jahres 2007 ging der Emscher Landschaftspark offiziell in die Trägerschaft des Regionalverbands Ruhr über, der seitdem auf der Grundlage des "Masterplans Emscher Landschaftspark 2010" Projekte und konkrete Handlungsempfehlungen für den weiteren Umbau formuliert und koordiniert.

Wiedergewinnung von Landschaft
Erst der Niedergang des Bergbaus und der Montanindustrie leitete ein Umdenken ein. Ein wichtiges Signal für eine wirtschaftliche, soziale, architektonische und ökologische Neuorientierung in der Region war Ende der 1980er-Jahre die vom Land NRW initiierte "Internationale Bauausstellung (IBA) Emscherpark". Zu den wichtigsten Zielen dieser Initiative zählten der ökologische Umbau des Emschersystems — der durch die Nordwanderung des Bergbaus und das Nachlassen der Bodenabsenkungen erstmals in den Bereich des Machbaren gerückt war — und die landschaftsplanerische Umgestaltung des Neuen Emschertals.
In den 1990er-Jahren fiel der Startschuss für einen breit angelegten Umbau des Emschersystems. Drei parallel zum Fluss verlaufende, unterirdische Kanäle sollen nach ihrer geplanten Fertigstellung 2014 das Abwasser, das bislang in die Emscher gelangte, zwei hochmodernen Kläranlagen in Bottrop und Dortmund zuführen. Parallel wurden erste kleinere Abschnitte der Emscher mit großem Aufwand renaturiert und der natürliche Wasserhaushalt in der hoch versiegelten Region durch eine gezielte Ausweitung der Versickerungsflächen gestärkt: Ab 2015 soll der Fluss nur noch Quellwasser, Regenwasser und gereinigtes Abwasser führen. Und damit nicht genug: Nach der Konzeption des Masterplans "Emscher Landschaftspark 2010" soll der Fluss in den kommenden 15 Jahren durch den Ausbau eines neuen Flussbetts wieder zu einem ökologisch intakten Fließgewässer werden und zugleich zum Herzstück einer rund 60 Kilometer langen, urbanen Parklandschaft, die sowohl zahlreiche Stadtteile und Städte als auch die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Erholung, Arbeit und Wohnen miteinander verbindet.

Integrierte Strategie der Stadterneuerung
Denn wichtige Entwicklungsziele des "Emscher Landschaftsparks 2010" sind auch eine neue urbane Lebensqualität und eine gesteigerte Standortattraktivität. Jahrzehntelang waren die Berg-, Stahl- und Hüttenwerke das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Relikte dieser stark industriell geprägten Vergangenheit sind bis heute die Duisburger Häfen oder die noch immer aktiven Unternehmen der Werkstoff-, Stahl- und Chemischen Industrie, die nach wie vor Tausende Arbeitsplätze stellen. Doch die Zukunft gehört zweifellos innovativen Unternehmen aus dem IT-, Logistik- und Dienstleistungssektor. Unter dem Motto "Arbeiten im Park" wurden oder werden deshalb an 22 Standorten ehemalige Industriebrachen in neue Gewerbe- und Dienstleistungsparks umgewandelt. Kennzeichnend für diese neuen Gründer- und Technologiezentren sind die hohen Ansprüche an die architektonische Umsetzung und ein mindestens 50-prozentiger Grünflächenanteil. Ein weiteres Relikt aus der industriellen Vergangenheit sind die regionaltypischen Arbeitersiedlungen, bei deren Sanierung versucht wurde, alte Bausünden wettzumachen. Bei Siedlungsneubauten standen ökologische, ästhetische und soziale Erwägungen im Vordergrund. Oberste Priorität bei ihrer Umsetzung hatten die Bedürfnisse von Kindern, Alleinerziehenden, Behinderten und Senioren.
K. Lückemeier

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