Elbsandsteingebirge - Nationalpark Sächsische Schweiz

Elbsandsteingebirge - Eine Karte lesen und auswerten

978-3-14-100383-3 | Seite 10 | Abb. 1
Elbsandsteingebirge | Nationalpark Sächsische Schweiz | Elbsandsteingebirge - Eine Karte lesen und auswerten | Karte 10/1

Überblick

Eine thematische Karte stellt ein bestimmtes Thema dar. Man kann sich einer thematischen Karte auf unterschiedliche Weise nähern. Hilfreich sind konkrete Fragestellungen (siehe 10/11.2 „Karteninhalte erfassen, beschreiben und auswerten“). Diese Fragen gehen sowohl auf die Lage und Größe des Untersuchungsraumes ein als auch auf die Landschaftsformen, den Einfluss des Menschen und eventuell bestehende Konflikte der Landnutzung. Beim Erfassen des Karteninhalts hilft auch die Erkenntnis, dass Karten aus verschiedenen Ebenen aufgebaut sind (siehe 11.3 „Kartenebenen“). In diesem Beispiel geht es um den Nationalpark Sächsische Schweiz, der im Elbsandsteingebirge liegt. Die kleine Pilotkarte in der Legende zeigt die Lage des Kartenausschnitts im Südosten des Freistaates Sachsen.

Maßstab und Signaturen

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist in einem Maßstab von 1 : 150 000 abgebildet. Es handelt sich folglich um eine 150 000-fache Verkleinerung gegenüber der Wirklichkeit. Mithilfe der Maßstableiste kann man die jeweilige Entfernung zwischen zwei Orten bestimmen. Um eine Karte beziehungsweise die abgebildete Landschaft beschreiben zu können, müssen die Signaturen in der Karte (Kartenzeichen) erfasst und verstanden werden. Die Flächensignaturen in der Karte zeigen die Lage größerer Gebiete, beispielsweise die Waldverteilung (dunkelgrün) oder die Kernzone des Nationalparks (grüne Schraffur). Punktsignaturen stellen dagegen Orte dar, die an einem Punkt zu verorten sind. Zum Beispiel beschreiben die schwarzen Dreiecke mit den jeweiligen Höhenangaben in der Karte die höchsten Erhebungen oder Bergkuppen der Sächsischen Schweiz. Liniensignaturen dienen der Darstellung von linienhaften Erscheinungen wie Grenzen, Flüsse oder Verkehrswege. In der Karte wird beispielsweise die Nationalparkgrenze durch eine dicke grüne Linie markiert. Die Bedeutung der einzelnen Signaturen lässt sich in der Kartenlegende ablesen.

Landschaft, Siedlungen und Nutzung

Die Sächsische Schweiz zeichnet sich durch zahlreiche Felsformationen aus. Sie bilden einen großen Teil der vielen Natursehenswürdigkeiten innerhalb des Nationalparks. Die Natursehenswürdigkeiten sind durch einen roten Stern in der Karte gekennzeichnet. Im Nationalpark Sächsische Schweiz gibt es keine Siedlungen. Die Orte Bad Schandau, Neustadt, Sebnitz und viele weitere befinden sich außerhalb der Grenzen des Nationalparks. Sie zeichnen sich durch ein sehenswertes Stadtbild für Besucher aus, was an der speziellen Punktsignatur in der Karte zu erkennen ist. Eine weitere Punktsignatur steht für ausgewiesene Erholungsorte in der Nähe des Nationalparks. So ist der Lilienstein nordöstlich des Ortes Königstein nicht nur eine Natursehenswürdigkeit im Nationalpark. Er liegt zudem auf einer Höhe von 415 Metern und ist daher ein beliebter Aussichtspunkt.

Der Nationalpark

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist 1990 gegründet worden. Ein Nationalpark ist ein festgelegtes Gebiet, das besonders geschützt ist. Diese Gebiete umfassen, wie die Sächsische Schweiz, meist besonders schöne oder seltene Naturlandschaften. Unter besonderem Schutz stehen die sogenannten Kernzonen. Hier wird die Natur sich selbst überlassen, von wenigen forstwirtschaftlichen Maßnahmen abgesehen. In Nationalparks gelten zwar strenge Schutzbestimmungen, jedoch sind sie als Erholungsgebiete zugänglich. Der Nationalpark Sächsische Schweiz bietet Lebensraum für viele seltene Tiere (z. B. Schwarzstorch, Eulen, Eisvogel, Fledermausarten, Marder, Kreuz- und Ringelnatter). Südlich des Nationalparks Sächsische Schweiz liegt ein weiterer geschützter Abschnitt des Elbsandsteingebirges. Hier geht der Nationalpark Sächsische Schweiz in den Nationalpark Böhmische Schweiz über, der sich auf tschechischem Staatsgebiet befindet.

Differenzierende Karte

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