El Ejido (Almería) - Treibhausanbau

Spanien - Landwirtschaft

978-3-14-100700-8 | Seite 119 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 200.000
El Ejido (Almería) | Treibhausanbau | Spanien - Landwirtschaft | Karte 119/3

Informationen

Das Anbaugebiet des Campo de Dalías bei der Stadt El Ejido liegt im Westen der Provinz Almería in Andalusien. Es handelt sich um eine jener Anbauregionen, die zu einem Gemüse- und Obstanbauzentrum umgewandelt wurden.
Ein zweites bedeutendes Gebiet für Frühkulturen, das Campo de Níjar, liegt im Osten, 32 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Almería. Das Anbaugebiet des Campo de Dalías reicht im Süden bis zum Mittelmeer und wird im Norden von der Gebirgskette der Sierra de Gádor mit einer höchsten Erhebung von 2236 Metern begrenzt. Das Klima ist semiarid mit Niederschlägen von durchschnittlich 150 Millimetern im südöstlichen Küstenbereich und maximal 600 Millimetern in den nordwestlichen Gebirgszügen.

Aufschwung im Campo de Dalias
Die wichtigste Voraussetzung für den enormen Aufschwung dieser Küstengebiete sind die äußerst günstigen klimatischen Bedingungen und die Wasservorräte. In der Küstenniederung des Campo de Dalías kann bei rund 3000 Sonnenstunden und einer Durchschnittstemperatur von 27 °C im Sommer und 15 °C im Winter das Obst und Gemüse in den Gewächshäusern zu Zeiten geerntet werden, in denen in Mitteleuropa gerade einmal die Saat ausgebracht wird. Das macht den Anbau in den "Invernaderos" äußerst lohnend, da die Produkte auf den Märkten mit hohen Verkaufspreisen gehandelt werden können. In der Hochsaison im Winter verlassen täglich rund 1000 Lastkraftwagen den Ort El Ejido. 65 Prozent der Produkte werden in die EU-Länder exportiert. Deutschland ist der zweitgrößte Abnehmer nach Spanien; weitere Ausfuhrländer sind Frankreich, Großbritannien, Holland, Belgien, Italien und einige osteuropäische Länder wie Polen, Russland und Tschechien. Auch nach Kanada und die USA werden die Anbaufrüchte verschickt. Grundsätzlich bleibt den Bauern nicht allzu viel von dem Verkaufserlös. Die Preise werden von den Handelskonzernen bestimmt. Den Bauern bleibt nur ein Zehntel von dem, was über dem Verbraucherpreis verdient wird.

Umweltbelastung durch Sonderkulturen
In den Aktivräumen an den Küsten hingegen übte diese Entwicklung einen enormen Druck auf die Naturreserven Wasser und Boden aus; zugleich führte der Anbau in den Gewächshäusern zu hohen Umweltbelastungen. Für die Wasserversorgung im Campo de Dalías werden heute fossile Wasservorräte aus 100 Metern Tiefe gefördert. Auch aus den Bergen nördlich des Gebiets wird Wasser aus dem Staudamm Benínar in die Anbaugebiete geleitet. Das Wasserdefizit in der Versorgung beträgt rund 50 hm³ pro Jahr. Um die Grundwasserreserven nicht weiter zu belasten, wird heute das Bewässerungswasser aufgefangen, recycelt und wiederverwertet. Auch gereinigtes Abwasser und entsalztes Meerwasser, das in der Meerwasser-Entsalzungsanlage bei Balerma gewonnen wird, sollen den Grundwasserverbrauch reduzieren. Planungen, über Pipelines den Rio Ebro im Norden Spaniens anzuzapfen, sind zunächst wieder eingestellt worden.
Sonderkulturen benötigen eine intensive Düngung und haben einen hohen Bedarf an Agrarchemikalien. Der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in die Böden und die Auswaschung ins Grundwasser führen zunehmend zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserqualität. Der Anbau in Monokultur sowie die heißen und feuchten klimatischen Bedingungen in den Gewächshäusern begünstigen den Schädlings- und Pilzbefall. Zusätzlich gelangen durch die "Solarisación", die Bodendesinfektion unter Sonneneinwirkung, erhebliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser. Bei dieser Methode werden die Böden mit Wasser durchtränkt und den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Bei geöffnetem Gewächshausdach erwärmt sich die Bodenoberfläche bis auf 60 bis 70 °C. Diese Temperaturen reichen aus, um unerwünschte Keime abzutöten. Die Auswaschung von Düngemitteln zeigt sich in hohen Nitratbelastungen im Grundwasser. In den drei hydrologischen Einheiten des Campo de Dalías — Balerma-Las Marinas, Balanegra und Aguadulce — wurden Werte ermittelt, die mit mehr als 100 mg/l Nitrat weit über dem zulässigen EU-Grenzwert von 50 mg/l für Trinkwasser liegen.
Die Provinz Almería ist eine der trockensten Gegenden Europas und zugleich die am intensivsten bewässerte. Der hohe Wasserverbrauch in der Landwirtschaft beeinflusst auch die Wasserreserven in der Provinz. Das Grundwasser ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen und zudem versalzen. Der südliche Bereich des Aquifers Campo de Dalías wird seit 1995 offiziell als "übernutzt" bezeichnet. Er ist damit einer von sechs Grundwasserbereichen der insgesamt 21 hydrologischen Einheiten in den Küstenbereichen von Spanien, in denen der Wasserverbrauch höher ist als das Grundwasser sich erneuern kann. Auch die beiden weiteren in Almería existierenden Gemüse- und Obstanbauzentren Campo de Níjar und Andarax-Almería weisen diese Defizite in der Wasserversorgung auf. In den anderen bewässerten Regionen Andalusiens sind der im Westen der autonomen Provinz im Mündungsbereich des Guadalquivir gelegene Aquifer von Rota-Sanlúcar-Chipiona und der an der portugiesischen Grenze gelegene Guadiana-Ayamonte-Huelva-Aquifer übernutzt. In beiden Gebieten werden Erdbeeren, in Chipiona auch Blumen angebaut. Insgesamt sind von den 340 hydrologischen Einheiten Spaniens 74, also 22 Prozent, in mehr oder minder starkem Ausmaß von Übernutzung und Salzbelastung betroffen.
E. Ecker

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Wasserverbrauch in Spanien - El Ejido (Almería)

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Wasser und Wassernutzer in Spanien

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Wassereinzugsgebiet und -projekte in Spanien

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"Plastikmeer" - foliengedeckte Treibhäuser um El Ejido

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"Plastikmeer" - mechanisierte Gurkenproduktion im Campo de Dalías

Foto: T. Breuer, Regensburg
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"Plastikmeer" - Anbau von Rispentomaten im Campo de Dalías

Ein künstliches Steinwolle-Substrat wird über dünne Schläuche mit gedüngtem Wasser versorgt.
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