Eisenach

Wirtschaft

978-3-14-100762-6 | Seite 8 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 25.000
Eisenach |  | Wirtschaft | Karte 8/1

Informationen

In Thüringen zieht sich eine Kette von historisch bedeutenden Städten wie Erfurt und Weimar von West nach Ost, deren Anfangspunkt im Westen Eisenach ist. Mit rund 44 000 Einwohnern ist die kreisfreie Stadt die sechstgrößte Stadt des Bundeslandes Thüringen. Der Dreh- und Angelpunkt in der Wahrnehmung der meisten Besucher ist die Wartburg, die seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Neben dem Tourismus ist das Opel-Werk das wirtschaftliche Rückgrat von Eisenach, das Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ist.

Geschichte
Eisenachs Keimzelle ist die im 11. Jahrhundert erbaute Wartburg, die im Südwesten über der Altstadt thront. Ein Jahrhundert später waren die drei Marktsiedlungen zu Füßen der Burg zu einer Stadt zusammengewachsen. Einer der Kerne lag am heutigen Karlsplatz, der in der Karte ungefähr durch das Lutherdenkmal markiert wird. Eisenachs erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1180, zwei Jahrzehnte später wurde es mit einer Stadtmauer geschützt.
Eisenachs historisch bedeutendsten Markstein setzte Martin Luther, als er 1521und 1522 auf der Wartburg das Neue Testament ins Deutsche übersetzte.
Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Stadt Residenz des Herzogs von Sachsen-Eisenach. 1751 fiel die Stadt an Sachsen-Weimar, als sichtbarstes Zeichen der prunkvollen Zeit gilt das in diesem Zeitraum erbaute Stadtschloss.
Mit der Industrialisierung wurde Eisenach 1847 an die Eisenbahn angeschlossen. Die Tradition der heutigen "Stadt des Autobaus" wurde 1896 begründet, als die Eisenacher Fahrzeugfabrik ihre Arbeit aufnahm. In der DDR wurde der Automobilbau in verstaatlichter Form fortgesetzt: 1952 entstand auf Basis der alten Fahrzeugfabrik der volkseigene Betrieb (VEB) "IFA Automobilfabrik EMW Eisenach", der wenig später in VEB Automobilwerk Eisenach umbenannt wurde. Dort wurde ab 1955 das Modell "Wartburg" produziert, von dem 1981 der einmillionste Wagen ausgeliefert wurde. Mit der Wiedervereinigung von Deutschland war das Ende der Verstaatlichung gekommen, 1991 wurde das Unternehmen geschlossen. Seit 2005 können Besucher in einem Museum auf dem ehemaligen Werksgelände nördlich der Altstadt zahlreiche Oldtimer aus der Eisenacher Autoproduktion besichtigen.

Eisenach und Opel
An das lange Engagement der Fahrzeugindustrie in Eisenach knüpften Bosch, BMW und Opel an, die ab 1992 jeweils Werke eröffneten. Bosch beschäftigte 2009 rund 1600 Menschen. Das Opel-Werk westlich der Stadt war bei seiner Eröffnung eines der modernsten Produktionsstätten für Automobile. Im Jahr 2007 rollte der zweimillionste Wagen dort vom Band. Rund 1800 Mitarbeiter waren 2009 dafür zuständig, das Modell Corsa herzustellen. Im selben Jahr geriet Opel in eine wirtschaftliche Krise, bei der den Eisenachern klar wurde, wie sehr ihre Wirtschaftskraft von diesem Werk abhängig ist.
Mit dem Schicksal von Opel ist auch das diverser Zulieferer verknüpft. Dazu zählen u. a. die MITEC Automotive AG, die sich mit 1000 Beschäftigten auf Automobilantriebstechnik spezialisiert hat.
D. Falk

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