Die Welt im Ersten Weltkrieg (1914 — 1918)

Erde - Zeitalter des Imperialismus

978-3-14-100770-1 | Seite 23 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Die Welt im Ersten Weltkrieg (1914 — 1918) |  | Erde - Zeitalter des Imperialismus | Karte 23/3

Informationen

Bündnisverhältnisse am Vorabend des Krieges
Zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien war bereits 1882 ein geheimes Militärbündnis geschlossen worden (Dreibund). Italien schloss aber 1902 auch einen Geheimvertrag mit Frankreich ab, erklärte dann 1914 zunächst seine Neutralität und trat 1915 der Entente bei. Aus dem Dreibund wurden die Mittelmächte, denen 1914 das Osmanische Reich und 1915 Bulgarien beitraten. Der Dreibund war — nicht zuletzt wegen der unausgesprochenen Ausrichtung gegen Russland und Frankreich — der Ausgangspunkt weiterer europäischer Bündnisverträge an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Zwischen Frankreich und Russland bestand seit 1892, zwischen Frankreich und Großbritannien seit 1904 (Entente cordiale) und zwischen Großbritannien und Russland seit 1907 (Petersburger Vertrag) ein Bündnisverhältnis. Diese drei Staaten bildeten den Kern der Triple- Entente. Zwischen Großbritannien und Japan sowie zwischen Russland und Japan gab es Geheimabkommen, die Japan 1914 zum Bündnispartner in Asien machten. Wichtige Verbündete, die im Krieg hinzukamen, waren ab 1915 Italien und ab 1917 die USA. Mit den Mutterländern waren auch die Kolonien in die Bündnisse einbezogen.

Ergebnisse des Krieges
In Europa brach nach der Niederlage der Mittelmächte Österreich-Ungarn auseinander, Deutschland musste große Gebiete und seine Kolonien abtreten. In Südost- und Ostmitteleuropa kam es zu Neu- und Wiedergründungen zahlreicher Nationalstaaten (vgl. S. 92). Das weltpolitisch vielleicht wichtigste Ergebnis aber war die Bildung Sowjetrusslands infolge der Oktoberrevolution 1917. Nach dem Austritt aus der Entente im November 1917 und dem separaten Friedensschluss mit den Mittelmächten am 3. März 1918 wandten sich die ehemaligen Verbündeten ab 1918 gegen die kommunistische Räterepublik und besetzten zusammen mit gegenrevolutionären russischen Kräften große Teile des Landes. Erst 1922 verließen die letzten Interventionstruppen die im selben Jahr gebildete Sowjetunion.
M. Felsch

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