Die Ostseeküste zur Hansezeit

Hansezeit

978-3-14-100759-6 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Die Ostseeküste zur Hansezeit |  | Hansezeit | Karte 12/1

Informationen

In der Mitte des 12. Jahrhunderts schlossen sich erstmals niederdeutsche Fernhändler zusammen, um gestärkt nach außen auftreten zu können. Aus dieser ursprünglichen Hanse entwickelte sich zwei Jahrhunderte später die weitaus größere und mächtigere Städtehanse. Die Blütezeit der Vereinigung, an der beim Fernhandel niemand vorbeikam, endete im 16. Jahrhundert. Zu der Zeit hatte sich der Einflussbereich der Hanse mit ihren Kontoren, Handelshöfen und Faktoreien auf ein Gebiet ausgedehnt, in dem heute mehrere europäische Staaten liegen. Die Eckpunkte lagen im Westen in Brügge (heute Belgien), im Osten in Nowgorod (heute Russland), im Norden in Bergen (heute Norwegen) und im Süden etwa in Krakau (heute Polen). Der Handel ging aber auch über diese Grenzen hinaus und erreichte u. a. Portugal und Italien. Zum Synonym der Hanse wurde die Kogge, ein bauchiges Schiff mit einer hohen Ladekapazität.
Auf den Hansetagen kamen die Vertreter der Vereinigung regelmäßig zusammen, um u. a. Maßnahmen gegen die zunehmende Konkurrenz etwa aus Italien und Süddeutschland zu beschließen. In Zeiten der zunehmenden Territorialisierung konnte ein grenzüberschreitendes Handelsbündnis jedoch nicht mehr bestehen: 1669 war Lübeck die Ausrichterin des letzten Hansetages.
Seit 1980 besteht der moderne Städtebund der Hanse, der sich auf die Wurzeln der historischen Hanse beruft und als Wegbereiter der europäischen Einigung versteht. Im Jahr 2009 waren in diesem Bund 175 Städte aus 15 europäischen Staaten organisiert, allein 99 von ihnen lagen in Deutschland.

Die Hanse an der deutschen Ostseeküste
Jedes Kind kennt heute die Autokennzeichen HH, HB und HL, die für die Hansestadt Hamburg, die Hansestadt Bremen und die Hansestadt Lübeck stehen. Insgesamt führen in Deutschland noch 14 weitere Städte den offiziellen Titel Hansestadt (Stand 2008), der in einigen Fällen ebenfalls am Autokennzeichen abzulesen ist: Anklam, Demmin, Gardelegen, Greifswald (HGW), Havelberg, Lüneburg, Osterburg, Rostock (HRO), Salzwedel, Stade, Stendal, Stralsund (HST), Werben und Wismar (HWI). Allein sieben von ihnen sind auf der Karte zu finden. Zu sehen ist dort auch, dass Hafenstädte zwar die wichtigsten Mitglieder waren. Ohne das Hinterland, verzeichnet sind z. B. die Städte Pritzwalk und Perleberg im heutigen Brandenburg, hätten sie jedoch nicht ihre Machtfülle erreichen können.
Die Hanse sorgte dafür, dass die Menschen in West- und Mitteleuropa nicht nur mit Gütern des täglichen Bedarfs, sondern auch mit Luxusgütern versorgt wurden. In der Karte fallen besonders Getreide, Tuche, Salz sowie Bier, Malz und Hopfen als Haupthandelsprodukte auf. An den Küstenstandorten waren ebenfalls Fisch und Vieh wichtig. Die Hanse handelte aber auch mit Pelzen, Holz, Waffen, Gewürzen und anderen Waren.
D. Falk

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