Die größten Exportnationen

Erde - Wirtschaftskraft und Welthandel

978-3-14-100870-8 | Seite 43 | Abb. 4
Die größten Exportnationen |  | Erde - Wirtschaftskraft und Welthandel | Karte 43/4

Überblick

Zentren des globalen Warenhandels sind Europa, Asien und Nordamerika. Seine wichtigsten Akteure nach Ländern sind, in dieser Reihenfolge, China, die USA und Deutschland, die zusammen für etwa 30 Prozent der weltweiten Exporte verantwortlich sind. Mit einigem Abstand folgen Japan, die Niederlande, Südkorea, Hongkong, Frankreich und Großbritannien, die weitere 20 Prozent zu den globalen Ausfuhren beitragen, womit neun Länder für mehr als die Hälfte aller weltweiten Exporte verantwortlich sind. Die bedeutendste südamerikanische Exportnation ist Brasilien, das mit einem Anteil von 1,1 Prozent an den globalen Exporten den 25. Platz im internationalen Ranking belegt.

Die Handelsbilanz der ausgewählten Länder gibt die Differenz zwischen Export- und Importwerten eines Landes an. Eine ausgeglichene Handelsbilanz, wie sie Kanada aufweist, ist aufgrund der volkswirtschaftlichen Konzentration auf bestimmte Güter und Industrien immer ein Ausnahmefall.

Übersteigt der Wert der Exporte den der Importe, spricht man von einer positiven Handelsbilanz. Diese ist zum Beispiel in Deutschland besonders ausgeprägt. Eine positive Handelsbilanz hat für eine Volkswirtschaft den Vorteil, dass die Exporteinnahmen die Schaffung von Arbeitsplätzen ebenso begünstigen wie die Investitionen in neue Technologien. Sie birgt aber auch Risiken, weil sie eine Abhängigkeit von der Konjunktur und der wirtschaftlichen Entwicklung der Handelspartner mit sich bringt und zu Wechselkursveränderungen führen kann. So werden zum Beispiel durch eine Aufwertung der Binnenwährung (in Deutschland der Euro) gegenüber den Währungen in den Zielländern (zum Beispiel Dollar) die Exporte verteuert und somit erschwert, verbunden mit entsprechenden volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Wenn die Import- die Exportwerte übersteigen, liegt eine negative Handelsbilanz (Handelsbilanzdefizit) vor. So haben etwa die USA ein großes Handelsbilanzdefizit. Negative Handelsbilanzen können zum Beispiel entstehen, wenn bei steigenden Importen infolge einer positiven Entwicklung der Binnenwirtschaft eines Landes die Exporte stagnieren. Aus der Existenz eines großen Handelsbilanzdefizits ergibt sich die Notwendigkeit von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland. Dies kann zum Beispiel über eine steigende Verschuldung des jeweiligen Staats erfolgen.

Allerdings ist zu beachten, dass aus der Handelsbilanz eines Landes alleine noch keine umfassenden Aussagen und Bewertungen abgeleitet werden können. Dafür müssen immer zahlreiche weitere Faktoren wie die Stärke des Binnenmarktes, Auslandsinvestitionen und Finanzkapitalströme einbezogen werden.