Deutschland - Umwelt

Deutschland - Umwelt

978-3-14-100770-1 | Seite 83 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 3.500.000
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Informationen

Rund 92 % der Fläche Deutschlands sind heute mit Gebäude-, Betriebs- und Verkehrsflächen bedeckt. Großflächige Bodenversiegelung findet sich vor allem in den Ballungsräumen.

Umweltbelastung durch Verkehr
Die hohe Verkehrsdichte Deutschlands und der stetig wachsende Bestand an Kraftfahrzeugen gehen mit einer starken Luftverschmutzung einher. Lag der Kraftfahrzeugbestand 1991, kurz nach der Wiedervereinigung, noch bei knapp 37 Mio. Privatfahrzeugen und Kombis, so stieg er bis 1999 auf mehr als 42 Mio. Pkw an. 2007 waren bereits 47 Mio. Fahrzeuge zugelassen. Auf einigen Autobahnen in den Ballungsgebieten fahren täglich mehr als 90 000 Fahrzeuge, auf den meisten überregionalen Autobahnen sind es täglich noch über 50 000 Pkw und Lkw.
Um eine reibungslose Schifffahrt zu ermöglichen, wurden viele Flüsse begradigt und kanalisiert. Als Konsequenz zeigt sich heute vor allem an Rhein und Elbe eine erhöhte Hochwassergefährdung. Die Wasserqualität der Fließgewässer hat sich dagegen in den letzten Jahrzehnten durch die Einführung von Umweltauflagen, modernen Produktionstechniken, den Ausbau von Kläranlagen und die Verringerung der Einträge durch die Landwirtschaft erheblich verbessert.
Die Lärmbelästigung durch Fluglärm hat mit dem Ausbau der zivilen Luftfahrt weiter zugenommen. Auf den 20 internationalen und regionalen Verkehrsflughäfen mit mehr als 1 Mio. Fluggästen jährlich wurden 2006 insgesamt 218,72 Mio. Fluggäste gezählt. Das bundesweite Luftfrachtaufkommen verzeichnete allein 2001—2006 einen Zuwachs von 43 %.
Weitere Umweltbelastungen ergeben sich durch die Energiewirtschaft, insbesondere durch die großen Braunkohletagebaue im Rheinland und in der Lausitz. Auch die zahlreichen Müllverbrennungsanlagen, die meistens in der Nähe großer Siedlungen liegen, bergen Gefahren für die Umwelt. Umstritten sind die möglichen Gefahren von Kernkraftwerken und den Endlagern für radioaktive Abfälle.

Nationalparks und Biosphärenreservate
Rund 8 % der Fläche Deutschlands dienen der Erholung. Viele dieser Flächen sind als geschützte Gebiete ausgewiesen. Deutschland hat 14 Nationalparks, die 2,6 % der Landesfläche bedecken. Sie werden vom Bund ausgewiesen und schützen besonders schöne oder seltene Naturlandschaften. Der älteste Nationalpark ist der 1970 eingerichtete Nationalpark Bayerischer Wald. Die anderen Nationalparks sind: Niedersächsisches Wattenmeer, Hamburgisches Wattenmeer, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Vorpommersche Boddenlandschaft, Jasmund, Müritz, Unteres Odertal, Harz, Kellerwald-Edersee, Hainich, Eifel, Sächsische Schweiz und Berchtesgaden.
Biosphärenreservate werden von der UNESCO ausgewiesen und schützen repräsentative Natur- und Kulturlandschaften. Sie umfassen in der Regel drei Schutzzonen: Während die Kernzone unter strengem Naturschutz steht, darf die Pfufferzone extensiv und nachhaltig genutzt werden. Die äußere Erholungs- oder Entwicklungszone dient der Wiederherstellung und Nutzbarkeit der Naturgüter und darf zu touristischen Zwecken genutzt werden. Die derzeit 13 Biosphärenreservate in Deutschland bedecken rund 3 % der Landesfläche. Die beiden ältesten — Vessertal-Thüringer Wald und Flusslandschaft Elbe — wurden bereits 1979 ausgewiesen, alle anderen zwischen 1990 und 2000. Es sind die Biosphärenreservate Berchtesgaden, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen, Schorfheide-Chorin, Rhön, Spreewald, Südost-Rügen, Hamburgisches Wattenmeer, Niedersächsisches Wattenmeer, Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Pfälzerwald sowie Schaalsee. Für die Biosphärenreservate Bliesgau und Schwäbische Alb laufen derzeit die Genehmigungsverfahren.
H. Kiegel

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