Deutschland - Nationalparks und Biosphärenreservate

Deutschland - Nachhaltige Entwicklungspfade

978-3-14-100870-8 | Seite 82 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 7.000.000
Deutschland | Nationalparks und Biosphärenreservate | Deutschland - Nachhaltige Entwicklungspfade | Karte 82/1

Überblick

Ein Nationalpark ist ein ökologisch oder landschaftlich besonders wertvolles, naturnahes Gebiet, in welchem die Natur vor unerwünschten menschlichen Eingriffen zum Beispiel in Form von Baumaßnahmen, Verkehr, landwirtschaftlicher, touristischer oder bergbaulicher Nutzung geschützt wird. Die Entwicklung der Ökosysteme in Nationalparken soll großflächig weitgehend einer natürlichen Dynamik folgen. Sie dienen als Rückzugsgebiete seltener Pflanzen und Tiere. Nationalparke sind räumlich in der Regel deutlich größer als die vom Schutzstatus vergleichbaren Naturschutzgebiete.

In Deutschland gibt es 16 Nationalparke (Bayerischer Wald, Berchtesgaden, Eifel, Hainich Hamburgisches Wattenmeer, Harz, Hunsrück-Hochwald, Jasmund, Kellerwald-Edersee, Müritz, Niedersächsisches Wattenmeer, Sächsische Schweiz, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Schwarzwald, Unteres Odertal, Vorpommersche Boddenlandschaft), die in naturnahen Landschaften als Rückzugsgebiete für wild lebende Pflanzen und Tiere dienen. Zusammen haben sie einen Anteil von rund 0,6 Prozent an der Landfläche. Hinter dem Durchschnittswert verbergen sich Gegensätze zwischen den Bundesländern: In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil bei 4,9 Prozent der Landesfläche, in Baden-Württemberg dagegen unter 0,3 Prozent.

Die meisten deutschen Nationalparke sind derzeit noch "Entwicklungs-Nationalparke". Das bedeutet, dass sie das Kriterium einer großflächigen, ungestörten Naturentwicklung bislang nur in Teilen erfüllen. Innerhalb der Nationalparke werden verschiedene Zonen unterschieden. Die Kernzonen dürfen in der Regel nicht betreten oder genutzt werden, in den Pflegezonen ist dagegen Wandern oder Fahrradfahren auf dafür ausgewiesenen Wegen möglich. Dort sind auch bestimmte Eingriffe möglich wie Aufforstungen mit natürlichen Waldgesellschaften, die Pflege von Heidelandschaften oder die extensive Beweidung von Grünlandstandorten, die im Einklang mit den Schutzzielen des Nationalparks stehen und zur Erhaltung bzw. Entwicklung der Biotope nötig sind.

Biosphärenreservate sind als Gesamtgebiete keine reinen Naturschutzgebiete, vielmehr handelt es sich meist um großräumige, vielfältige Kulturlandschaften, die seit Jahrhunderten von Menschen genutzt werden und die eine historisch gewachsene Arten- und Biotopvielfalt aufweisen. In UNESCO-Biosphärenreservaten sollen diese Landschaften durch nachhaltige Entwicklung geschützt und erhalten werden - im Einklang mit den Interessen von Anwohnern und Wirtschaft. Fast alle deutschen Biosphärenreservate werden landwirtschaftlich und touristisch genutzt.

Innerhalb vom Biosphärenreservat werden unterschiedliche Teilzonen unterschieden. Wesentliche Teilräume müssen die Voraussetzungen für Naturschutzgebiete erfüllen. Sie sind im Schutzstatus und den Schutzzielen, aber auch in der räumlichen Ausdehnung durchaus mit Nationalparken vergleichbar. Alle anderen Teilräume müssen die Voraussetzungen für Landschaftsschutzgebiete erfüllen. Weitere Kriterien für die Ausweisung eines Biosphärenreservats sind die Größe des Gebiets und der Modellcharakter der Wirtschaftsweisen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Naturschutz.

In Deutschland wurden bislang 15 Gebiete von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt, die etwa 3 Prozent der Landesfläche umfassen (Berchtesgadener Land, Bliesgau, Flusslandschaft Elbe, Hamburgisches Wattenmeer, Niedersächsisches Wattenmeer, Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Pfälzerwald-Nordvogesen, Rhön, Schaalsee, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit Halligen, Schwäbische Alb, Schorfheide-Chorin, Spreewald, Südost-Rügen, Vessertal-Thüringer Wald). Sie repräsentieren verschiedene Landschaftstypen und die Vielfalt ihrer Fauna und Flora. Hinter dem Durchschnittswert verbergen sich wiederum Gegensätze zwischen den Bundesländern: In Brandenburg liegt der Anteil bei 7,8 Prozent der Landesfläche, Nordrhein-Westfalen hat dagegen kein Biosphärenreservat.

Unter den deutschen Biosphärenreservaten befinden sich auch die drei deutschen Nationalparke im Wattenmeer und der Nationalpark Berchtesgaden (doppelte Ausweisung als Schutzgebiet, s. Karte).

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Nationalparks und Biosphärenreservate

Schema zur Zonierung von Nationalparks und Biosphärenreservaten
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