Deutschland - Landwirtschaftliche Betriebssysteme

Deutschland - Landwirtschaftliche Betriebe

978-3-14-100803-6 | Seite 58 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 7.000.000
Deutschland | Landwirtschaftliche Betriebssysteme | Deutschland - Landwirtschaftliche Betriebe | Karte 58/1

Überblick

Landwirtschaftliche Betriebe werden je nach Zweck und Betrachtungsweise in ganz unterschiedliche Gruppen unterteilt, wobei als Unterscheidungsmerkmal sowohl betriebswirtschaftliche als auch organisatorische oder inhaltliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen können.

Klassifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe

Zu den wichtigsten Gliederungskriterien für landwirtschaftliche Betriebe gehören die …

• Betriebsform (Produktionsstruktur und Spezialisierungsgrad),

• Erwerbsform (Haupterwerb oder Nebenerwerb),

• Rechtsform (Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft),

• Bewirtschaftungsform (konventionelle oder ökologische Bewirtschaftung),

• Eigentumsstruktur (Eigentümer- oder Pachtbetrieb),

• Größenklassen (landwirtschaftlich genutzte Fläche, Umsatz, Standardbetriebseinkommen),

• Arbeitsverfassung (Fremd- oder Familienarbeitskräfte).

Manchmal ist es sinnvoll, die landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung oder ihrem Produktionsschwerpunkt beziehungsweise nach dem Grad der Spezialisierung einzuteilen:

• Ackerbaubetriebe (Getreide, Gemüse usw.),

• Dauerkulturbetriebe (v. a. Wein- und Obstbau),

• Gartenbaubetriebe (Gemüse/Erdbeeren im Freiland, Blumen, Baumschulen usw.),

• Futterbau mit Weidevieh (Futterhackfrüchte, Heu und Weidevieh),

• Futterbau und Veredelung (Futterbau und Ferkel/Zuchtsauen/Masthühner/Legehennen usw.).

Um in eine dieser Kategorien eingeordnet zu werden, müssen die Betriebe einen gewissen Spezialisierungsgrad aufweisen, das heißt, mindestens 50 Prozent der Einkommensbeiträge müssen aus der jeweiligen Kategorie stammen. Anderenfalls wird das Unternehmen als landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb klassifiziert.

Mehr anzeigen

Landwirtschaft und Umwelt

Durch intensive Landnutzung und Viehhaltung können negative Wirkungen für das Klima, die Böden und das Grundwasser entstehen. Besonders gefährdet sind wegen des hohen Anfalls von Wirtschaftsdünger (Gülle) Regionen mit hoher Viehdichte.

Die Politik hat auf vielfältige Weise auf diese Probleme reagiert. Beispiele hierfür sind die Ausweisung von FFH-Schutzgebieten (Flora-Fauna-Habitat, 1992) zur Schaffung eines zusammenhängenden Netzes von Naturschutzgebieten („Natura 2000“) oder die Düngeverordnung.

Mehr anzeigen

Produktionsschwerpunkte und Größenklassen

Auf der Karte ist deutlich zu erkennen, dass der Anteil der Ackerbaubetriebe (mit und ohne Futterbau) in Ostdeutschland relativ hoch, der Anteil an Veredlungs- und Dauerkulturbetrieben hingegen relativ niedrig ist; die durchschnittliche Betriebsgröße liegt nahezu flächendeckend über dem westdeutschen Vergleichswert. Zentren des Ackerbaus in Westdeutschland sind zum Beispiel die Oberrheinische Tiefebene, das niederbayrische Dungau und der Kölner Raum. Der vergleichsweise hohe Anteil an Dauerkulturbetrieben zum Beispiel in Rheinland-Pfalz ist vor allem auf den verbreiteten Weinbau zurückzuführen.

Einkommenspotenzial und Flächenausstattung sind bei den Ackerbaubetrieben im Vergleich zu anderen Betriebsformen durchschnittlich am größten, dafür ist der flächenbezogene Arbeitskräftebesatz deutlich niedriger als bei Viehhaltungs- und Dauerkulturbetrieben. Letztere zeichnen sich typischerweise durch eine geringe Flächenausstattung bei gleichzeitig hohem Arbeitskräftebestand aus; ein ausreichendes Einkommen erzielen Dauerkulturbetriebe im Wein- und Obstbau durch die hohe Flächenproduktivität.

Mehr anzeigen

Graphiken

Bild

Zukunftserwartungen nach Betriebsform

Download