Deutschland - Landwirtschaft

Deutschland - Landwirtschaft

978-3-14-100391-8 | Seite 40 | Abb. 1
Deutschland | Landwirtschaft | Deutschland - Landwirtschaft | Karte 40/1

Überblick

Die zur Landwirtschaft gerechnete Fläche besteht im Wesentlichen aus Ackerflächen sowie Dauergrünland, auf denen das Vieh weidet. Die Struktur der landwirtschaftlichen Produktion in Deutschland ist regional unterschiedlich. Die Unterschiede beruhen hauptsächlich auf den natürlichen Gegebenheiten, teilweise aber auch auf der Steuerung der Produktionsmengen durch den Staat. Große Ackerflächen sind vor allem außerhalb der gebirgigen Regionen in Deutschland zu finden. Durch Flächenzusammenlegungen im Laufe der Jahre wurden die Ackerflächen stark vergrößert, um die Vorteile großer Maschinen nutzen zu können. Für den Weinbau sind dagegen von der Sonne beschienene Berghänge wichtig für eine gute Ernte. In den östlichen Bundesländern wurde in den vergangenen Jahrzehnten aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend Grünland in Ackerland umgewandelt, sodass der Ackerflächenanteil anstieg. Durch neue Pflanzenzüchtungen und gentechnisch veränderte Samen konnte der Ertrag eines Hektars Acker zudem stark gesteigert werden. Gleichzeitig schützen chemische Pflanzenschutzmittel die Feldfrüchte vor Schädlingsbefall und die Landwirte somit vor Ernteausfall. Durch Agrarsubventionen, also staatliche Zuzahlungen, wird starker Einfluss auf den Ackerbau genommen. Durch die immer billiger werdenden Lebensmittel und die hohen Kosten für die Produktion wäre es den meisten Betrieben ohne diese Zahlungen nicht möglich, wirtschaftlich Ackerbau zu betreiben.

Viehhaltung in Deutschland

Obwohl Deutschland der größte Schweinefleischerzeuger und zweitgrößte Produzent von Rind- und Kalbfleisch in der Europäischen Union ist, gilt die Milchviehhaltung als das wichtigste Standbein der deutschen Landwirtschaft. Die Viehhaltung ist in Deutschland durch eine starke Konzentration auf Nordwestdeutschland gekennzeichnet. Vor allem die Schweinehaltung und die Geflügelhaltung sind hier weit verbreitet. Diese Entwicklung wurde durch den günstigen Zugang der Tierfutterhersteller zu preiswerten Futterzusätzen wie zum Beispiel Soja begünstigt, welches über die Seehäfen angeliefert wird. In Süddeutschland konzentriert sich dagegen vor allem die Rinderhaltung. Viele Tiere, wie zum Beispiel Milchkühe mit einer Milchleistung von bis zu 10 000 kg pro Jahr, sind darauf angewiesen, hochwertiges Futter mit Zusätzen wie Soja zu bekommen. Nur so können sie ihren Energie- und Eiweißbedarf decken.

Ökologischer Landbau

Die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft (bzw. des Ökolandbaus) hat in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zugenommen. Im Gegensatz zur konventionellen (herkömmlichen) Landwirtschaft setzt der ökologische Landbau auf eine abwechslungsreiche Abfolge der angebauten Früchte. Zwischenfrüchte fördern die Bodenfruchtbarkeit und schützen die Nutzpflanzen vor Verunkrautung, Krankheits- und Schädlingsbefall. Durch diese Methode und den Anbau wenig empfindlicher Sorten, die mechanische Unkrautbekämpfung und den gezielten Einsatz von nützlichen Insekten kann der Einsatz umweltbelastender Pflanzenschutzmittel deutlich reduziert werden. Bei der ökologischen Viehhaltung geht es vor allem um eine artgerechte Haltung und ökologisch produziertes Futter.

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