Deutschland - Geburten

Deutschland - Bevölkerung

978-3-14-100389-5 | Seite 49 | Abb. 4
Deutschland | Geburten | Deutschland - Bevölkerung | Karte 49/4

Überblick

Die Zahl der Geburten ist ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung. In den 1960er-Jahren kam es zu einem Rückgang der Geburtenzahlen, der lange andauern sollte. In dem außergewöhnlich geburtenstarken Jahrgang 1964 wurden noch rund 1,4 Millionen Kinder geboren. Doch schon wenig später machte sich ein starker Geburtenrückgang bemerkbar, vor allem in Westdeutschland. 1972 sank die Anzahl der Neugeborenen unter eine Million, womit die Anzahl der Geborenen niedriger war als die der Sterbefälle (Gestorbenenüberschuss). Ausgeprägt war diese Tendenz vor allem in der Bundesrepublik, während es in der DDR in den 1980er-Jahren noch vereinzelt Jahrgänge mit einem geringen Geburtenüberschuss gab. Mit der Wiedervereinigung traten auch in den neuen Bundesländern flächendeckend – zum Teil erhebliche – Sterbefallüberschüsse ein. Hatte sich die Zahl der jährlichen Geburten in den 1980er-Jahren auf einem Niveau zwischen 800 000 und 900 000 eingependelt, gingen die Geburtenzahlen ab 1991 – unterbrochen lediglich von einzelnen Ausnahmejahren – relativ konstant zurück. Seit 2011 steigen sie jedoch wieder an. 2015 wurden in Deutschland wieder 737 600 Kinder geboren.

Regionale Unterschiede

Arbeitsplätzen auszeichnen. Dies zieht vor allem junge Menschen an, die eine Familie gegründet haben bzw. gründen wollen. Häufig handelt es sich zudem um Regionen, in denen es einen relativ hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund gibt (siehe auch Karte 49.5 „Deutschland – Ausländische Bevölkerung“), einer Bevölkerungsgruppe mit überdurchschnittlich hoher Geburtenrate. Unter den ländlichen Gebieten mit hohen Geburtenraten sticht die Region Cloppenburg/Vechta in Niedersachsen hervor, die sich durch eine hohe wirtschaftliche Leistungskraft aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft auszeichnet. Besonders niedrige Geburtenraten gibt es dagegen in weiten Teilen Ostdeutschlands, in den strukturschwachen Regionen Norddeutschlands, in altindustrialisierten Gebieten wie dem Saarland und in peripheren Räumen wie dem Grenzgebiet zu Tschechien.

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