Deutschland - Energieautarke Regionen

Deutschland - Nachhaltige Entwicklungspfade

978-3-14-100870-8 | Seite 82 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 7.000.000
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Überblick

Die Energieversorgung in Deutschland befindet sich in zahlreichen Teilräumen im Wandel, von einer bisher vorwiegend zentral geprägten hin zu einer stärker dezentralen Struktur. Im Zuge dieses Wandels gibt es auf regionaler Ebene, insbesondere in ländlichen Kommunen, Gemeinden und Landkreisen das Bestreben, den Energiebedarf durch selbst erzeugten regenerativen Strom zu decken.

Das Projekt "100 % Erneuerbare-Energie-Regionen", zwischen 2007 und 2014 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Umweltbundesamt gefördert und bis heute von der Universität Kassel wissenschaftlich betreut, vernetzt Regionen, Kommunen und Städte, die ihre Energieversorgung auf lange Sicht vollständig auf erneuerbare Energien umstellen wollen. Derzeit gibt es bereits über 150 Landkreise, Gemeinden, Regionalverbünde und Städte, die dieses Ziel verfolgen, und es werden immer mehr. Zweimal jährlich finden Neuaufnahmen statt. Kommunen, Regionen oder Städte, die zur "100%-Region" ernannt werden wollen, benötigen einen politischen Beschluss, der die Umstellung auf Erneuerbare Energien mittel- bis langfristig anvisiert, um einen Antrag auf Aufnahme zu stellen. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen bilden die Grundlage für die Auswahl, über die eine Jury entscheidet.

In energieautarken Regionen beruht die Wärmeerzeugung vornehmlich auf Solarthermie, Bioenergie oder Geothermie, die Stromerzeugung auf Photovoltaik, Wind- oder Wasserenergie oder Biomasseheizwerken. Der Bedarf an Kraftstoff wird durch Biodiesel, Bioethanol und Brenngas ("Power-to-Gas") gedeckt bzw. durch Elektroautos substituiert. Eine große Rolle spielt in vielen Regionen die Bioenergie, weil Biomasse zur Erzeugung von Wärme, Strom oder Kraftstoff verwendet werden kann und deshalb als die vielseitigste Quelle erneuerbarer Energie gilt.

Zum ersten "energieautarken Ort" Deutschlands wurde 2009 Feldheim in Brandenburg gekürt. Hier wurde 43 Windenergieanlagen ab 1994 zu einem Windpark zusammengeschlossen, überdies gibt es im Ort unter anderem eine Biogasanlage, auf Gewerbeflächen wird mittels Photovoltaik Strom produziert.

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