Deutschland - Deutsche Teilung 1949–1990

Geschichte - Der Kalte Krieg

978-3-14-100390-1 | Seite 219 | Abb. 3
Deutschland | Deutsche Teilung 1949–1990 | Geschichte - Der Kalte Krieg | Karte 219/3

Überblick

Die Karte zeigt die beiden im Jahr 1949 ausgerufenen deutschen Staaten im Zeitalter des Kalten Krieges. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde Bonn zur neuen Hauptstadt des westlichen Deutschlands, das inmitten der DDR gelegene Westberlin wurde de facto Bundesland. Der Ostteil der Stadt wurde mit der Proklamation der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 zur Hauptstadt der DDR.

Verwaltungsgliederung in Ost und West

In der Bundesrepublik blieben die einzelnen Bundesländer, die von den alliierten Besatzungsmächten zwischen 1945 und 1946 gegründet worden waren, im Wesentlichen erhalten. Eine Ausnahme bildete das heutige Bundesland Baden-Württemberg, das 1952 nach einer Volksabstimmung aus einem Zusammenschluss der Länder Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden entstand. 1953 kam auch die Grenzstadt Kehl aus der französischen Verwaltungszone zu Baden-Württemberg. Das zuvor politisch autonome Saarland wurde am 1. Januar 1957 Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die unter der sowjetischen Besatzung konstituierten Länder auf dem Gebiet der DDR – Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen – hatten in ihren Verfassungen das Prinzip der Selbstverwaltung verankert, das zusehends mit dem staatlichen Ziel einer Durchsetzung der Planwirtschaft kollidierte. Unter dem Generalsekretär Walter Ulbricht wurden die Länder 1952 abgeschafft und durch eine zentralistische Gliederung in 14 Bezirke und die Hauptstadt Ostberlin ersetzt. Diese Bezirke waren weiter in 28 Stadt- und 191 Landkreise untergliedert. 1957 wurde auch die Selbstverwaltung der Gemeinden und 1958 die nur noch pro forma existierende Länderkammer aufgehoben. Die politische Blockbildung nach dem Zweiten Weltkrieg und das beginnende militärische Wettrüsten der beiden konkurrierenden Großmächte USA und UdSSR führte in den Kalten Krieg (siehe Karte 218/219.1 „Das Zeitalter des Kalten Krieges [1949–1989]“), der mit dem Bau der Berliner Mauer einen ersten Höhepunkt erreichte. Am 13.8.1961 schloss die DDR, die zunehmend unter der Massenauswanderung vor allem junger Menschen und qualifizierter Facharbeiter litt, alle innerdeutschen Grenzen. Die ehemalige Demarkationslinie zur sowjetischen Besatzungszone wurde mit einem Todesstreifen und mit Selbstschussanlagen zu einer fast unüberwindlichen Grenze ausgebaut, die Grenzsoldaten erhielten Schießbefehl. Nicht weniger stark gesichert war die Berliner Mauer, die fortan die Hauptstadt Berlin-Ost vom westlichen Stadtteil trennte. Zu einer Entspannung des deutsch-deutschen Verhältnisses kam es erst im Zuge der „neuen Ostpolitik“ unter Willy Brandt, der ab dem 21.10.1969 als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler amtierte. Nach starken Widerständen, vor allem von Seiten der westdeutschen Konservativen, wurde die DDR durch den im Dezember 1972 unterzeichneten und am 11.5.1973 ratifizierten Grundlagenvertrag von der BRD uneingeschränkt als souveräner Staat anerkannt. Der politische Umbruch in der Sowjetunion im Jahre 1985 markierte den Anfang vom Ende der deutschen Teilung.

Lebendige Karte

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Der Bau der Berliner Mauer
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