Deutschland - Biomasse

Deutschland - Regenerative Energien und Nachhaltigkeit

978-3-14-100800-5 | Seite 68 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 7.000.000
Deutschland | Biomasse | Deutschland - Regenerative Energien und Nachhaltigkeit | Karte 68/3

Überblick

Aus Biomasse, zum Beispiel Holz, Energiepflanzen und Gülle, lassen sich unterschiedliche Brennstoffe gewinnen, die in zunehmendem Maße dazu beitragen, den Energieverbrauch in Deutschland zu decken. Die Vorteile der Biomasse im Vergleich zu Photovoltaik und Windenergie liegen darin, dass sie …

• sehr vielseitig nutzbar ist (feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe),

• nicht einstrahlungs- bzw. wetterabhängig ist und daher kontinuierlich und ohne kurzfristige Schwankungen Energie liefert.

Biomasse wird genutzt, um Biokraftstoffe, Strom und Wärme zu erzeugen. Sie trägt zu zwei Dritteln zur regenerativen Energieerzeugung in Deutschland bei (2013: 62,1 %) und ist damit der Menge nach weit bedeutsamer als die Nutzung von Wasserkraft, Solar- und Windenergie (6,7 %, 11,5 % bzw. 16,8 %). Etwa ein Drittel des Stroms, der in Deutschland aus regenerativen Energieträgern gewonnen wird, stammt aus Biomasse. Bei der Wärmegewinnung erreicht die Biomasse einen Anteil von rund 90 Prozent.

Regionale Strukturen

Die Karte zeigt, dass das Potenzial für die Biomassenutzung besonders in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen am höchsten ist. Die Biogasanlagen sind relativ gleichmäßig über Deutschland verteilt. Dennoch zeigt sich eine Bevorzugung der agrarisch intensiv genutzten Gebiete, insbesondere der Gebiete mit Viehhaltung. Insgesamt waren 2013 mehr als 7500 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 3500 Megawatt in Betrieb. Die durchschnittliche Anlagenleistung von 450 kW zeigt, dass eine dezentrale Struktur entstanden ist, auch wenn an recht vielen Standorten Leistungen von mehr als 10 Megawatt konzentriert sind.

Umwelt- und Folgeeffekte

Insbesondere in Landwirtschaftsregionen hat sich die Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung zu einer wichtigen Einkommensquelle für die Bauern entwickelt (s. 58.2) und strukturelle Veränderungen ausgelöst. Nach Schätzungen bietet die Nutzung der Biomasse rund 126 000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Die unterschiedlichen Erzeugungsarten der Biomasse sind hinsichtlich ihrer Umweltbilanz unterschiedlich zu bewerten. Holzpellets aus Abfällen oder Biogas aus Gülle schneiden hier günstig ab. Kritiker sehen dagegen Nachteile im Anbau von Energiepflanzen, da diese in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln stehen und daher zur einer Verringerung des Nahrungsmittelangebots und steigenden Lebensmittelpreisen führen können. In Deutschland dienten 2014 rund zwei Drittel der Rapsanbaufläche der Energiegewinnung. Zudem werden der Einsatz von Agrarchemikalien und gentechnisch veränderte Pflanzen als Risiken gesehen.

Unter Klimaschutzgesichtspunkten ist wichtig, dass durch ihre Nutzung nicht mehr Kohlenstoffdioxid frei wird, als zuvor in der Pflanze gebunden wurde. Bei nachhaltiger Nutzung ist die Biomassenutzung daher klimaneutral.

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