Deutschland - Altersaufbau

Historische Entwicklung

100849 | Seite 53 | Abb. 5
Deutschland | Altersaufbau | Historische Entwicklung | Karte 53/5

Überblick

Die Bevölkerungspyramiden zeigen die Altersstruktur in Deutschland in den Jahren 1900, 2013 und – als Projektion – im Jahre 2050. Der Altersaufbau eines Landes wird im Wesentlichen durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geburten- und Sterberate), die Migration über die Landesgrenzen und Ereignisse wie Kriege beeinflusst. Diese Faktoren bieten die entscheidenden Erklärungsansätze für den Wandel des Altersaufbaus in Deutschland zwischen 1900 und 2013; sie werden auch die künftige Entwicklung prägen.

Die Pyramidenform im Jahr 1900 ist Ausdruck einer generellen und stetigen Bevölkerungszunahme. Die Geburtenrate ist hoch, und die Sterberate sinkt. Das natürliche Bevölkerungswachstum ist daher hoch. Die Form der Bevölkerungspyramide erinnert an eine Pyramide.

Die Form der Bevölkerungspyramide 2013 zeigt dagegen die Form einer Urne. Die zahlenmäßig stärksten Altersgruppen sind die der etwa 50-Jährigen („Urnenkranz“). Bei den unter 50-Jährigen wird die Zahl der Menschen je 5-Jahresgruppe mit abnehmendem Alter immer kleiner. Die Geburten- und Sterberate sowie das natürliche Bevölkerungswachstum sind gering. Die Bevölkerung hat mit 82 Mio. ihren Höchststand erreicht.

In der projektierten Altersstruktur des Jahres 2050 verschiebt sich der Urnenkranz in die Altersgruppe der etwa 65-Jährigen. Die Gesamtbevölkerung wird sich bis zu diesem Zeitpunkt auf 71,5 Mio. Einwohner verringern, wenn nicht ein deutlich positiver Außenwanderungssaldo die Tendenz der negativen natürlichen Bevölkerungsentwicklung ausgleicht.

Die Bevölkerungspyramiden zeigen die Auswirkungen zweier Weltkriege auf den Altersaufbau der Bevölkerung. In der Bevölkerungspyramide aus dem Jahre 2013 fallen besonders die vergleichsweise niedrigeren Anteile der 65- bis 70-Jährigen auf, in denen sich die Geburtenausfälle im Zweiten Weltkrieg widerspiegeln. Aber auch die vergleichsweise niedrigen Anteile der 35- bis 40-Jährigen sind deutlich erkennbar. Dabei überlagern sich zwei Effekte: Zum einen ist die Generation potenzieller Eltern relativ klein gewesen (s. o.), zum anderen wirken sich hier eine Reihe von gesellschaftlichen Veränderungen aus, die zu einem Sinken der Geburtenrate geführt haben.