Der Nil - ein Fremdlingsfluss

Afrika - Topographie und Nil

978-3-14-100770-1 | Seite 168 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 18.000.000
Der Nil | ein Fremdlingsfluss | Afrika - Topographie und Nil | Karte 168/2

Informationen

Mit 6671 km ist der Nil nicht nur der längste Fluss Afrikas, sondern der Erde überhaupt. Das Quellgebiet des Hauptzuflusses liegt in den Bergen Zentralafrikas. Bis zu seinem breit gefächerten Mündungsdelta im Mittelmeer durchfließt er sechs Staaten.
Der Nil durchquert in seinem Verlauf von Süd nach Nord verschiedene Klima- und Vegetationsgürtel: vom immergrünen tropischen Regenwald mit reichlichen Niederschlägen bis zur mediterranen Wüstensteppe. Im Norden des Sudans und im gesamten Ägypten ist der Nil ein Fremdlingsfluss. Hier fließt er ohne nennenswerten Zufluss über mehr als 2500 km durch Halbwüsten und Wüsten und verliert dabei durch Verdunstung und Versickerung beachtliche Wassermengen.

Folgen des Assuanstaudamm
Seit dem Bau des Assuanstaudamms 1960 zeigt der Nil unterhalb Assuans einen völlig ausgeglichenen Abfluss. Der Damm staut ein riesiges Wasserreservoir auf: Der Nassersee ist mehr als 550 km lang und bis 10 km breit. Der Stausee wurde in erster Linie angelegt, um Dauerbewässerung und damit die Ausdehnung der Anbauperiode auf das gesamte Jahr (mehrere Ernten) zu ermöglichen. Auf dem Bewässerungsland werden Zuckerrohr, Baumwolle und Weizen angebaut. Agrar- und Textilprodukte sind neben Erdöl die Hauptexportgüter Ägyptens.
Seit dem Staudammbau haben sich die Anbaumethoden erheblich verändert, nicht zuletzt da die regelmäßige Düngung durch den Nilschlamm nun ausbleibt. Die abnehmende Bodenfruchtbarkeit und die Versalzung der Anbauflächen nach Einsatz von Kunstdüngern zählen ebenso zu den negativen ökologischen Folgen des Staudammbaus wie sinkende Fischbestände. Positive Nebeneffekte des Staudammbaus sind die Energiegewinnung und die Verbesserung der Nilschifffahrt.
M. Felsch

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