Der Maßstab

Europa - Topographie

978-3-14-100770-1 | Seite 84 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Der Maßstab |  | Europa - Topographie | Karte 84/1

Informationen

Der Maßstab
Karten sind ein verkleinertes Abbild der Wirklichkeit. Der Maßstab gibt dabei das Verkleinerungsverhältnis einer Kartenstrecke zu der entsprechenden natürlichen Ausdehnung wieder. Der Maßstab wird als Bruch oder Division ausgedrückt. Die Maßstabszahl bezeichnet den Wert, mit dem auf der Karte gemessene Strecken zu multiplizieren sind, um die Streckenlänge in der Wirklichkeit zu ermitteln. Ein Maßstab von 1:1 500 000 bedeutet also, dass ein Zentimeter auf der Karte 1 500 000 cm, also 15 km in der Natur darstellt. Entsprechend bedeutet ein Maßstab von 1:6 000 000, dass ein Zentimeter auf der Karte 6 000 000 cm und damit 60 km in der Wirklichkeit entspricht.
Zusätzlich zu der Maßstabsangabe verfügen Karten in der Regel über eine Maßstabsleiste, die eine schnelle Streckenmessung erleichtert. Es handelt sich dabei um eine Skala mit Kilometer- oder Meilenangaben und einer Unterteilung, die meistens in schwarzen und weißen Streifen dargestellt wird. Mithilfe der Maßstabsleiste und eines Lineals lassen sich Streckenabschnitte auf der Karte einfach in die Streckenlänge in der Realität umrechnen. Auch wenn eine Karte beispielsweise durch eine Fotokopie verkleinert oder vergrößert wird, bleibt die Maßstabsleiste gültig. Dagegen ändert sich die Maßstabszahl mit der Vergrößerung oder Verkleinerung.
Je kleiner der Maßstab in einem Kartenausschnitt ist, desto größer wird das dargestellte Gebiet. Da nicht mehr alle Details in diesen Kartenausschnitt dargestellt werden können, erfolgt eine Generalisierung in Form von Vereinfachung, Zusammenfassung und Schematisierung. Die Generalisierung bedeutet nicht die einfache Verkleinerung oder Vergröberung, sondern stellt eine überlegte qualitative und quantitative Entscheidung dar. Aus der Fülle der Objekte im Raum wird eine Auswahl von Inhalt und Menge abgebildet, die nach vom Kartenbenutzer nicht erkennbaren Kriterien gewichtet wird. Diese Auswahl zeigt sich u. a. in der Wahl und Anordnung der Symbole, der Hervorhebung durch Farbe, Strichstärke und Schrifttyp sowie natürlich durch das Weglassen oder die Aufnahme von Inhalten. Das Hauptkriterium ist dabei die Lesbarkeit der Karte, auch wenn dadurch die Realität nicht adäquat abgebildet wird.
Physische Karten wie die Karte von Europa im Maßstab 1:18 000 000 sind eine stark abstrahierende Darstellungsform, die die Wirklichkeit in einer subjektiven Filterung abbilden. Sie geben aufgrund ihres kleinen Maßstabes und der Generalisierung Grundinformationen zum Relief, aber auch zur Besiedlung eines Raumes.
M. Felsch, E. Astor

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