Der Feldzug Alexanders 334-323 v. Chr.

Asien - Staaten und Geschichte

978-3-14-100770-1 | Seite 140 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 28.000.000
Der Feldzug Alexanders 334-323 v. Chr. |  | Asien - Staaten und Geschichte | Karte 140/1

Informationen

359 v. Chr. wurde Philipp II., der Vater Alexanders des Großen, König der Makedonen. Zunächst reorganisierte er das Heer, dann zog er gegen die Griechen, die er bei Chaironeia besiegte. Philipp wollte Griechenland jedoch nicht erobern, er verfolgte die Absicht, aus Griechen und Makedoniern ein großes Heer zu bilden, um einen Eroberungsfeldzug gegen Persien zu wagen. Der beginnende Zerfall des Persischen Reiches begünstigte seine Absicht, doch wurde Philipp ermordet, bevor er sein Vorhaben ausführen konnte.
Alexander war kaum 20 Jahre alt, als er von seinem Vater die Herrschaft über Griechenland und Makedonien erbte. Von Aristoteles erzogen, erfuhr er eine umfassende Bildung. Überdies besaß er Ehrgeiz und beträchtlichen Mut. Er griff die Pläne seines Vaters auf. Eine griechische Stadt, die sich seiner Herrschaft widersetzen wollte, ließ er als warnendes Beispiel zerstören, die Einwohner als Sklaven verkaufen. Dann bestellte er die griechischen Führer zu einer Versammlung nach Korinth, um dort den persischen Feldzug zu besprechen. Aus dieser Versammlung ging Alexander gestärkt hervor. Alle schlossen sich den Plänen für den persischen Feldzug an. Am Granikos kam es 334 v. Chr. zu einer ersten Schlacht mit dem persischen Heer, das in die Flucht geschlagen wurde.

Der Asienfeldzug
Im eroberten Kleinasien ereignete sich die Episode mit dem gordischen Knoten. Im Tempel von Gordion gab es einen Wagen, an dem die Deichsel mit einem Riemen fest verschlungen und verknotet war. Wem es gelänge diesen Knoten zu lösen, so war geweissagt worden, der würde die Weltherrschaft erringen. Alexander nahm ohne zu zögern sein Schwert und hieb den Knoten durch. Interpretiert wurde dies als Ankündigung, die Weltherrschaft mit dem Schwert zu erobern.
Bei Issos kam es 333 v. Chr. zu einer zweiten großen Schlacht mit dem persischen Heer, das erneut geschlagen wurde. Nach diesem Sieg ging Alexander aber keineswegs direkt nach Persien, da er in diesem Falle die persischen Provinzen Phönizien und Ägypten im seinem Rücken gehabt hätte. Er zog zunächst nach Süden. Sieben Monate lang musste sein Heer die phönizische Stadt Tyros belagern, bis sie sich schließlich ergab. Ägypten hingegen unterwarf sich widerstandslos. Dort ließ Alexander die Priester verkünden, dass er ein Sohn der Sonne und daher der neue Pharao sei.
Erst 331 v. Chr. begann von Ägypten aus der eigentliche Feldzug gegen das innere persische Reich. Über Syrien zog Alexander nach Gaugamela. Dort erwartete ihn der persische König Dareios, der ein riesiges Heer versammelt hatte. Vor dem Kampf ließ er Alexander die Botschaft überbringen, dass er ihm sein halbes Königreich als Geschenk und seine Tochter zur Frau anbiete, wenn er sich damit zufrieden gebe. Parmenios, ein Feldherr Alexanders, soll damals gesagt haben: "Wenn ich Alexander wäre, würde ich annehmen." Alexander erwiderte: "Ich auch, wenn ich Parmenios wäre." Im darauf folgenden Kampf unterlag das bis dahin größte, aber auch letzte persische Heer. König Dareios wurde auf der Flucht in die Berge ermordet.
Nach einer Meuterei seiner Truppen beendete Alexander den Feldzug. Er schickte einen großen Teil seines Heeres auf dem Seeweg nach Hause und zog mit dem Rest durch die Wüste Gedrosien nach Babylon, wo er von nun an Hof hielt. Als er 323 v. Chr. mit 32 Jahren plötzlich an einem fieberhaften Infekt verstarb, blieben viele seiner Pläne unausgeführt. Einen Nachfolger hatte er nicht und sein ehrgeiziges Vorhaben einer Verschmelzung aller unterworfenen Völker war trotz der Einführung einer gemeinsamen Sprache, der Koine, misslungen. Sein Herrschaftsgebiet zerfiel in die Diadochenreiche. In Ägypten übernahmen die Ptolemäer die Herrschaft, in Mesopotamien entstand das seleukidische Großreich, Thrakien fiel an Lysimachos, der später auch Kleinasien eroberte, und Griechenland ging an Kassandros.
K. Lückemeier, E. Astor

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