Das Kurfürstentum Sachsen 1789

Sachsen - Geschichte

978-3-14-100383-3 | Seite 26 | Abb. 2
 | Das Kurfürstentum Sachsen 1789 | Sachsen - Geschichte | Karte 26/2

Die Entwicklung Sachsens bis 1789

Die albertinische Linie der Wettiner gelangte durch die Folgen des Schmalkaldischen Krieges 1546/47 in den Besitz der Kurwürde sowie der östlichen Teile des ernestinischen Besitzes. Die ernestinische Linie behielt nur Weimar, Jena, Saalfeld/Saale, Weida, Gotha, Eisenach und Coburg. 1694 übernahm mit Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) der bekannteste Vertreter der Wettiner die Kurwürde. Er war ab 1697 gleichzeitig König von Polen. Politisch war er jedoch wenig erfolgreich. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) versuchte August der Starke auf militärischem Weg, für das sächsische Kurfürstentum weitere Territorialgewinne zu erzielen. Dies gelang ihm nicht. Schwedische Truppen verwüsteten zwischenzeitlich das Kurfürstentum Sachsen. Der 1733 gestorbene Kurfürst und polnische König August der Starke hat sich große Verdienste bei der Förderung der sächsischen Kultur und Kunst erworben. In den Schlesischen Kriegen von 1740 bis 1763 setzte sich die aufstrebende Großmacht Preußen durch. Sachsens Stellung wurde geschwächt und Preußen übernahm die protestantische Führungsrolle im Heiligen Römischen Reich. Im dritten Schlesischen Krieg, dem Siebenjährigen Krieg, wurde Sachsen zu einem zentralen Kriegsschauplatz. Mit Kriegsende und dem Tod des Sohnes August des Starken, August III., war auch die Union mit Polen beendet. Die wirtschaftlichen Schäden wurden durch eine Wiederaufbau-Politik (Retablissement) bald ausgeglichen. Die Außenpolitik Sachsens schlug fortan einen wechselnden Kurs ein, bis 1789 die französische Revolution ausbrach. Die Karte zeigt Sachsens Zuschnitt zur Zeit der Französischen Revolution. Die südliche Grenze zum Königreich Böhmen ist identisch mit der heutigen Grenze zu Tschechien. Nach Westen, Norden und Osten hatte das Kurfürstentum jedoch eine erheblich größere Ausdehnung als der heutige Freistaat. Der sächsische Kurfürst hatte bereits 1635 die Markgrafschaften Niederlausitz und Oberlausitz erhalten. Die Niederlausitz gehört heute zum Bundesland Brandenburg.

Sachsen nach der französischen Revolution

Die Ideen der Französischen Revolution führten zum kursächsischen Bauernaufstand von 1790, der nur mit Einsatz des Heeres gewaltsam unterdrückt werden konnte. Ein neues Angebot der polnischen Königskrone lehnte Kurfürst Friedrich August III. im Jahre 1791 ab. Sachsen war zu diesem Zeitpunkt keine Großmacht mehr. Dennoch beteiligte sich Sachsen am Krieg gegen die französischen Revolutionäre bis 1796. 1806 trat Friedrich August III. auf die Seite Napoleons, schloss sich dem Rheinbund an und erhielt dafür die Königswürde.