Darmstadt - Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft und Verkehr

978-3-14-100756-5 | Seite 10 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 50.000
Darmstadt | Wirtschaft und Verkehr | Wirtschaft und Verkehr | Karte 10/3

Informationen

Nach Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel ist Darmstadt mit über 140 000 Einwohnern Hessens viertgrößte Stadt. Dafür, dass die Stadt eine Spitzenposition in der Wirtschaft einnimmt, sorgen zahlreiche Forschungsinstitutionen. In der Eigenwerbung bezeichnet sich Darmstadt als "Wissenschaftsstadt", der Titel wurde 1997 vom Innenministeriums Hessens vergeben.

Geschichte
Darmstadt wurden 1330 die Stadtrechte verliehen. Die bereits im 13. Jahrhundert entstandene Burg wurde zu einem Schloss ausgebaut, im 15. Jahrhundert erkoren die Grafen von Katzenelnbogen Darmstadt zu ihrer Nebenresidenz. 1479 fiel Darmstadt an Hessen und spielte im Schatten des mächtigen Zentrums Kassel nur noch eine untergeordnete Rolle.
Dies änderte sich 1567, als Hessen geteilt und Darmstadt zur Residenzstadt ausgebaut wurde. Die Bevölkerungszahl nahm zu, nach dem Intermezzo des Dreißigjährigen Kriegs konnte der Aufschwung ab 1661 unter Ludwig VI. nicht mehr aufgehalten werden. Im 18. Jahrhundert entstanden einige repräsentative Barockbauten, der auf der Karte als Quadrat im Hauptgeschäftszentrum zu erkennende Luisenplatz markierte das Zentrum.
Mit der Industrialisierung gewann Darmstadt Anschluss an moderne Wirtschaftsstrukturen. Aus heutiger Sicht war 1848 bedeutend, da in diesem Jahr die Chemische Fabrik Merck eröffnet wurde. Der Zweite Weltkrieg machte alle Anstrengungen zunichte: Nach Dutzenden von Bombenangriffen folgte im September 1944 ein britischer Luftangriff, bei dem die Innenstadt fast vollständig zerstört wurde.
Entsprechend stellt sich Darmstadts Straßengrundriss heute dar, der in seinen weitläufigen Grundzügen modern ist. Nur wesentliche Gebäude wie das Schloss wurden rekonstruiert. Einer der bekanntesten und umstrittensten Neubauten ist das 1977 eröffnete Einkaufszentrum "Luisencenter", das dort entstand, wo einst das Alte Palais seinen Platz hatte.

Wirtschaftsstruktur
Der Siedlungsfläche von Darmstadts Innenstadt stehen ähnlich große, direkt im Nordwesten und Westen anschließende Industrie- und Gewerbeflächen gegenüber. Dort liegt im nördlichen Bereich der Sitz des in über 50 Ländern tätigen Pharma- und Chemiekonzerns Merck. Von seinen weltweit 33 000 Beschäftigten arbeiten über 8000 in Darmstadt, was Merck zum größten dort ansässigen Arbeitgeber macht. Weitere Industrieunternehmen sind Wella mit seinen Haarpflegeprodukten sowie die Röhm GmbH, von der die Erfindung des Plexiglases stammt. Auch die Software AG, das zweigrößte Unternehmen seiner Art in Deutschland, hat ihren Sitz in Darmstadt.
Neue Forschergenerationen werden an der Technischen Universität und an zwei Fachhochschulen ausgebildet, an denen zusammen mehr als 30 000 Studierende eingeschrieben sind. Die Nähe zu den Hochschulen und Industrieunternehmen ist ein wichtiger Standortfaktor für die Ansiedlung von Forschungsunternehmen und auf innovativen Gebieten tätigen Firmen, die auch in den Bereichen Biotechnologie, IT und Weltraumtechnik arbeiten. Zu ihnen zählen das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, das Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung sowie das Europäische Raumflugkontrollzentrum und das Europäische Zentrum zur Kontrolle von Wettersatelliten.
D. Falk

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