Düsseldorf - innere Stadt/Oberzentrum

Landeshauptstadt

978-3-14-100755-8 | Seite 11 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 50.000
Düsseldorf | innere Stadt/Oberzentrum | Landeshauptstadt | Karte 11/3

Überblick


Von den insgesamt 80 deutschen Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern belegt Düsseldorf aktuell den siebten Platz. Im Jahr 2010 hatten dort rund 588 740 Menschen ihren Wohnsitz.
Entsprechend seiner Bevölkerungszahl und -dichte ist Nordrhein-Westfalen mit vielen städtischen Oberzentren ausgestattet. Die Stadt Düsseldorf spielt in ihrer Funktion als Landeshauptstadt eine besondere Rolle.

Stetiger Strukturwandel
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Grundsteine für die heutige Wirtschafts- und Stadtstruktur Düsseldorfs gelegt. 1946 war Düsseldorf von der britischen Militärregierung zur Hauptstadt des neuen Landes Nordrhein-Westfalen bestimmt worden. Dabei spielte unter anderem die Nähe zum Ruhrgebiet eine entscheidende Rolle.
Seit den 1980er Jahren setzt Düsseldorf architektonische Impulse, die den modernen Charakter des Dienstleistungszentrums unterstreichen sollten. 1988 bekam der Landtag direkt am Rheinufer ein neues Gebäude, der Autoverkehr unmittelbar am Fluss wurde 1993 in den Rheinufertunnel verbannt und im MedienHafen haben sich inzwischen rund 600 Firmen mit mehr als 7 000 Beschäftigten angesiedelt.

Eine Stadt mit vielen Gesichtern
Düsseldorf ist als Messestadt der Sitz vieler internationaler Unternehmen. Dort haben unter anderem die Verwaltungen von Unternehmen, z. B. der weltweit größte Energiekonzern E.ON AG, die Metro AG und die Henkel AG, ihren Hauptsitz.
Zu Düsseldorfs Funktionen als Oberzentrum gehören die vielen Einkaufsmöglichkeiten in der City, die sich im Hauptgeschäftszentrum rund um den Prachtboulevard Königsallee konzentrieren. Des Weiteren ist die Stadt ein bedeutendes Zentrum für Dienstleistungen, die sich von Versicherungen bis hin zum IT-Bereich erstrecken.
Ein Teil des Düsseldorfer Hafengebietes ist mittlerweile in ein Büro- und Wohnviertel, den MedienHafen, umgestaltet worden und hat dadurch einen weiteren Nutzen erhalten. Zeitgleich haben sich dort auch viele Restaurants und Bars angesiedelt.
Im politischen Zentrum des Bundeslandes sind auch viele Ministerien und Botschaften angesiedelt, u. a. die der USA, von Frankreich und Kanada.
Der Flughafen Düsseldorf international macht die Stadt im weltweiten Vergleich zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Davon profitieren die Stadt, die vielen Unternehmen und Behörden zu gleichen Teilen.

G. Falk, J. Seibel

Info Plus

Allein in Nordrhein-Westfalen befinden sich neun der 20 größten Städte Deutschlands. Den bundesweit neunten Rang belegt Düsseldorf mit rund 580 000 Einwohnern. Die Stadt liegt zwischen Essen im Norden (Rang 8, 582 000 Ew.) und Köln (Rang 4, 995 000 Ew.) im Süden. Entsprechend seiner Bevölkerungszahl und -dichte ist Nordrhein-Westfalen mit vielen Oberzentren ausgestattet, unter denen Düsseldorf als Landeshauptstadt eine besondere Rolle spielt.

Stetiger Strukturwandel
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Grundsteine für die heutige Wirtschafts- und Stadtstruktur Düsseldorfs gelegt. Bereits 1947 gab es die erste Nachkriegsmesse, zerstörte Straßen und Gebäude entstanden in einem moderneren und größeren Gewand neu. 1946 war Düsseldorf von der britischen Militärregierung zur Hauptstadt des neuen Landes Nordrhein-Westfalen bestimmt worden. Die Nähe zum Ruhrgebiet hatte es bereits ab den 1920er-Jahren dazu prädestiniert, Verwaltungsaufgaben für das Industrierevier zu übernehmen. Düsseldorfs Beiname "Schreibtisch des Ruhrgebiets" verfestigte sich so lange, bis das Ruhrgebiet einen Strukturwandel vollzog und sich etwa Essen oder Dortmund ihrerseits zu Verwaltungsstädten wandelten.
Zeitgleich ging in Düsseldorf die Zahl der an Industrie und Gewerbe gebundenen Arbeitsplätze zurück. So waren 1961 noch 194 000 Menschen im Baugewerbe und in produzierenden Betrieben beschäftigt. 2000 war die Zahl auf 77 000 gesunken, während im gleichen Zeitraum die Zahl der im Dienstleistungsbereich Beschäftigten von 217 000 auf 381 000 stieg. Dieser Trend wurde an vielen Flächenumnutzungen sichtbar: 1958 gab Thyssen seinen Stahlwerkstandort in Oberbilk auf. Weitere Standorte folgten, darunter die Gutehoffnungshütte im Stadtteil Grafenberg nordöstlich des Zentrums und das Mannesmann Röhrenwerk im östlich an Oberbilk anschließenden Stadtteil Lierenfeld. Zu diesem Prozess gehört auch die seit 1976 forcierte Umwandlung des Hafens, deren Symbolhaftigkeit sich heute am Namen Medienhafen zeigt.
Seit den 1980er-Jahren setzte Düsseldorf architektonische Impulse, die den modernen Charakter des Dienstleistungszentrums unterstreichen sollten: 1988 bekam der Landtag direkt am Rheinufer ein neues Gebäude, der Autoverkehr unmittelbar am Fluss wurde 1993 in den Rheinufertunnel verbannt und im Medienhafen haben sich rund 600 Firmen mit mehr als 7000 Beschäftigten angesiedelt.

Funktionale Struktur
Zu Düsseldorfs oberzentralen Funktionen gehören die Einkaufsmöglichkeiten, die sich im Hauptgeschäftszentrum rund um den Prachtboulevard Königsallee konzentrieren. Auffällig sind die Aufgaben, die die Stadt als politisches Zentrum erfüllt. Neben den Gebäuden von Ministerien und anderen Landesbehörden existieren zahlreiche Konsulate, u. a. das der USA, von Frankreich und Kanada.
Für Japan spielt die Stadt am Rhein eine besondere Rolle. Deutlich über 100 japanische Unternehmen haben ihren Deutschland- oder sogar Europasitz in Düsseldorf, mehr als 6000 Japaner leben in der Stadt. In der ganzen Region sind mehr als 20 000 Arbeitsplätze an die dort über 400 japanischen Firmen gebunden.
Düsseldorf ist auch Standort bedeutender Unternehmen aus allen Wirtschaftssektoren, die hier ihre Verwaltungen unterhalten. Zu ihnen gehört der weltweit größte private Energiekonzern E.ON, das in Deutschland zur Führungsriege der Werbeagenturen zählende BBDO Germany sowie der weltweit tätige Stahl- und Rüstungsgigant ThyssenKrupp, der seinen Sitz allerdings nach Essen verlagern wird.
D. Falk

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