China - Raumentwicklung seit 1980

Ostasien - Wirtschaft

978-3-14-100770-1 | Seite 154 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 36.000.000
China | Raumentwicklung seit 1980 | Ostasien - Wirtschaft | Karte 154/2

Informationen

Chinas beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung begann nach dem Tod von Mao Zedong. 1978 wurde unter Deng Xiaoping ein Reformkurs eingeleitet, der die vorherige Politik der wirtschaftlichen Abschottung beendete und den chinesischen Markt der westlichen Welt öffnete. Vor allem an den Küsten wurden Wirtschaftsförderzonen eingerichtet, in denen die Ansiedlung ausländischer Firmen besonders unterstützt wurde. Heute verzeichnet die Küstenregion Chinas das stärkste Wirtschaftswachstum weltweit.
Zunächst beschränkten sich die Reformen weitgehend auf die Landwirtschaft, später wurden sie auf Industrie und Dienstleistungen ausgeweitet. 1992 wurde der Aufbau einer "sozialistischen Marktwirtschaft" als Ziel der Reformpolitik definiert. Ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftspolitik war die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen an der Küste und der offenen Küstenstädte seit 1980. Sie boten ausländischen Investoren die Möglichkeit, unter anderen wirtschaftlichen Gesetzen als im übrigen China zu investieren und unter Ausnutzung der niedrigen Löhne unter Weltmarktbedingungen zu produzieren.

Entwicklung des Hinterlandes
Während sich die boomenden Städte entlang der chinesischen Süd- und Ostküste erstrecken, sind die Regionen in Zentral-, West- und Nordchina weiterhin extrem rückständig. Daher drängen zunehmend Menschen aus diesen Gebieten in die Küstenprovinzen, um als Wanderarbeiter am wirtschaftlichen Aufschwung teilzuhaben. Um dem Entwicklungsgefälle entgegenzuwirken, wurden seit Ende der 1990er-Jahre zahlreiche Projekte zur wirtschaftlichen Erschließung des übrigen Landes begonnen. Durch massive Investitionen wird z. B. die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing zu einem wirtschaftlichen Zentrum ausgebaut, das Ausgangspunkt der wirtschaftlichen Entwicklung Westchinas werden soll. Mit Projekten wie "Wiederbeleben des Nordostens" versucht die Zentralregierung, Investoren auch in bislang wenig beachtete Gebiete zu lenken.

Sonderverwaltungsgebiet Hongkong

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Hongkong ein kleines Fischerdorf an der Südküste Chinas. Doch bereits in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts hatte es sich dank des großen, geschützt liegenden Reedehafens zu einem der wichtigsten Handelsplätze in Fernost mit dem Status eines Freihafens entwickelt. Nach 1945 entwickelte sich Hongkong zu einer bedeutenden Industriekolonie Großbritanniens mit Spezialisierung auf billige und arbeitsintensive Massenproduktion für den Weltmarkt. Angesichts der enorm anwachsenden Bevölkerung bekam China als Lieferant von Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Wasser eine immer größere Bedeutung. Dadurch etablierten sich zahlreiche chinesische Geschäfte, die ihre Güter sowohl an die Hongkonger Bevölkerung als auch an die vielen ausländischen Touristen absetzten.
Der politische Wandel und die Öffnung Chinas förderten ab 1978 den wirtschaftlichen Aufschwung. Große Teile der arbeitsintensiven verarbeitenden Industrie wurden nach China, vor allem in die angrenzende Sonderwirtschaftszone Shenzhen und die benachbarte Provinz Guangdong, verlagert. 1984 einigten sich China und Großbritannien im Rahmen einer "Gemeinsamen Erklärung" darauf, dass Hongkong als "Sonderverwaltungszone" für weitere 50 Jahre einige Sonderrechte in Anspruch nehmen dürfe.
Nach der Rückgabe Hongkongs, das Großbritannien zum 1. Juli 1898 für 99 Jahre von China gepachtet hatte, sorgte die allgemeine Unsicherheit über mögliche Konsequenzen zunächst für einen wirtschaftlichen Einbruch. Mehrere große Firmen verlagerten ihren Geschäftssitz ins Ausland, Zehntausende hochqualifizierte Bewohner wanderten ab. Andererseits strömten viele Chinesen aus der Volksrepublik nach Hongkong. Inzwischen befindet sich die Wirtschaft Hongkongs wieder im Aufschwung. Mit einem durchschnittlichen Bruttonationaleinkommen von fast 30 000 US-$ pro Einwohner positionierte sich Hongkong 2007 nach Angaben der Weltbank unter den weltweit stärksten Volkswirtschaften.
H. J. Buchholz, E. Astor

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