China - Außenhandel

China

978-3-14-100770-1 | Seite 157 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 150.000.000
China | Außenhandel | China | Karte 157/4

Informationen

Seitdem 1978 durch den Reformkurs die Politik der Abschottung beendet und eine marktwirtschaftliche Transformation eingeleitet wurde, gehört China zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Der Außenhandel entwickelte sich in den letzten Jahren ausgesprochen dynamisch: Bereits 2007 belegte China Platz drei in der Rangliste der größten Handelsnationen der Welt. Das Außenhandelsvolumen stieg 2007 auf 2174 Mrd. US-$, der Handelsbilanzüberschuss auf 262 Mrd. US-$. Exportiert werden bei deutlicher Veränderung der Exportgüterstruktur zugunsten der verarbeiteten Güter vor allem Elektroerzeugnisse, Maschinen und Transportausstattungen, Produkte der Textil- und Bekleidungsindustrie. Maschinen, Elektrotechnik sowie Elektronik und chemische Produkte dominieren den chinesischen Import. Wichtigste Außenhandelspartner sind die USA, Japan, Taiwan, Südkorea und Deutschland.
Rund die Hälfte des chinesischen Außenhandels geht auf die Unternehmen mit ausländischem Kapital zurück. Während jedoch asiatische Unternehmen vor allem in China investieren, um für den Weltmarkt zu produzieren, zielen westliche Investoren überwiegend auf den erwarteten heimischen Absatzmarkt im "Reich der Mitte".
Ein wichtiger begleitender Aspekt der außenwirtschaftlichen Öffnung war die Reform des Wechselkurssystems. Nachdem zwischen 1997 und 2005 eine feste Bindung an den US-Dollar bestanden hatte, wurde anschließend die Bindung des Yuan an einen Korb verschiedener Währungen eingeführt.

Exportorientierung
China ist ein Schwellenland, das sich auf dem Weg befindet von einer landwirtschaftlich geprägten zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft und von einer geschlossenen zu einer offenen Wirtschaft. Bis Mitte der 1980er-Jahre wurde vor allem die Herstellung von Produkten gefördert, die China bis dahin importieren musste. Die Importzölle wurden angehoben, gleichzeitig wurde die Zahl der zum Außenhandel zugelassenen chinesischen Produkte erweitert. In diese Zeit fiel auch die Ausweisung der ersten Sonderwirtschaftszonen an der Ostküste.
Mit der Förderung der Exportwirtschaft stieg ab Ende der 1980er-Jahre die Bedeutung der ausländischen Direktinvestitionen. Ein wichtiger Schritt zur Einbindung Chinas in das globale Wirtschaftssystem war schließlich der Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) Ende 2001. Die Mitgliedschaft verpflichtet das Land u. a. zu einer weiteren Liberalisierung des Außenhandels und Öffnung des chinesischen Marktes.

Welthandelsorganisation (WTO)
Die internationale Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) wurde 1995 als Nachfolgeorganisation des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) gegründet. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf bildet einen umfassenden vertraglichen und institutionellen Rahmen für die Stärkung der globalen wirtschaftlichen Kooperation und die Gestaltung der weltweiten Handelsbeziehungen. Im Mittelpunkt des Regelsystems, zu dessen Einhaltung sich die 153 Mitglieder (2008) verpflichtet haben, steht insbesondere der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen.
U. Kleinelümern, E. Astor

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