Brandenburg und Berlin - Landwirtschaft

Brandenburg und Berlin - Landwirtschaft und Klima

978-3-14-100380-2 | Seite 18 | Abb. 1
Brandenburg und Berlin | Landwirtschaft | Brandenburg und Berlin - Landwirtschaft und Klima | Karte 18/1

Überblick

Die eiszeitliche Überprägung der Landschaft bestimmt die natürlichen Voraussetzungen Brandenburgs und Berlins für die landwirtschaftliche Nutzung. Im südlichen Brandenburg überwiegen bei den Böden Podsole, im Norden Parabraunerden. Podsole gehören zwar eher zu den ertragsarmen Böden, mit einer gleichmäßigen Düngung können sie aber gut ackerbaulich genutzt werden. Die meisten Parabraunerden haben dagegen sehr gute ackerbauliche Eigenschaften. Im Havelland und im Spreewald treten Moorböden auf, welche kaum für die Landwirtschaft genutzt werden können. Die überwiegend ebene Oberflächengestalt ist sehr gut für eine ackerbauliche Nutzung geeignet.

Pflanzliche Produktion

77 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Brandenburgs sind Ackerland. Die Ackerflächen liegen auf mittleren und armen Böden auf Rodungsflächen (abgeholzte Wälder) zwischen den Wäldern Brandenburgs. Von den etwa eine Million Hektar Ackerland waren 2016 523 000 Hektar mit Getreide bestanden. 254 000 Hektar entfielen auf Futterpflanzen, rund 148 000 Hektar auf Ölpflanzen. Die zunehmende Bedeutung von Rapspflanzen ist auf die Züchtung besonderer Rapssorten sowie auf die europäische Agrarpolitik zurückzuführen, die auch auf Stilllegungsflächen den Anbau von Raps für die Produktion von Biodiesel erlaubt. Im näheren Umland von Berlin erfolgt der Gemüse- und Obstanbau. Weitere regionale Schwerpunkte des Gemüseanbaus sind der Oderbruch und der Spreewald. Die Bedeutung des Gemüseanbaus hat in den letzten Jahren stark zugenommen: 2017 wurden in Brandenburg auf 6845 Hektar Gemüse angebaut – mit stark steigender Tendenz. Auf mehr als der Hälfte der Gemüsefläche wird Spargel angebaut.

Betriebsstrukturen

Die etwa 5400 landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg weisen eine durchschnittliche Betriebsgröße von 247 Hektar auf. Diese Betriebsgröße liegt weit über dem Bundesdurchschnitt von 60 Hektar. Ursache dafür ist die Entstehung der heutigen Betriebe aus den großen Staatsbetrieben der DDR. 2016 wurden 47 Prozent der Betriebe von Haupterwerbslandwirten geführt.

Viehhaltung

In der Viehwirtschaft dominiert die Rinderhaltung. 2016 gab es 531 000 Rinder. Die regionalen Schwerpunkte der Rinderwirtschaft liegen südöstlich und nordwestlich von Berlin. Östlich von Berlin sowie bei Cottbus erfolgt Schweinehaltung. Mit einem Bestand von 1 235 000 Truthühnern liegt Brandenburg im bundesweiten Vergleich im Spitzenfeld. Mehr als die Hälfte der Betriebe verfügen über 10 000 und mehr Truthühner. Im Havelland und in der Uckermark gibt es darüber hinaus Pferdewirtschaft.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Betriebe der Milchverarbeitung finden sich in der Uckermark, in der Prignitz, in Berlin sowie in Elsterwerda. Hinzu kommen einzelne Standorte der Fleischverarbeitung und der Obst- und Gemüseverarbeitung. In Berlin und in Frankfurt (Oder) gibt es mehrere Großbrauereien.

Differenzierende Karte

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