Bodensee - Erholung und Naturschutz

Tourismus

978-3-14-100752-7 | Seite 12 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 150.000
Bodensee | Erholung und Naturschutz | Tourismus | Karte 12/2

Informationen

Der im Süden im Dreiländereck liegende Bodensee zählt seit langer Zeit zu den bedeutendsten Fremdenverkehrsregionen Deutschlands. Freizeitaktivitäten und Naturschutz liefern immer viel Konfliktpotenzial. In der Bodenseeregion versucht man, Kultur-, Natur- und Erlebnistourismus miteinander zu verbinden.
Die Karte zeigt den Westteil des 534 km² großen Bodensees mit dem Überlinger See im Norden und dem relativ flachen Untersee im Süden. Letzterer gliedert sich noch in den Gnadensee, den Zellersee und den eigentlichen Untersee, den der Rhein (Seerhein) von Tägerwilen bis Stein am Rhein (Hochrhein) durchfließt.

Naturschutz
Der Westteil des Bodensees kann mit einigen bedeutenden Naturschutzgebieten (NSG) aufwarten. Mit 767 ha das größte ist das NSG Wollmatinger Ried—Untersee—Gnadensee, das sich vom Ufer des Seerheins über den Damm zur Insel Reichenau bis nach Allensbach am Gnadensee erstreckt. Für zahlreiche Wasservögel ist es von herausragender Bedeutung. Auf der Halbinsel Bodanrück zwischen Überlinger See und Untersee liegt das NSG Mindelsee. Der 115 ha große See ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Auch das Gebiet um die Stockacher Aachmündung, der Unterlauf der Radolfzeller Aach und die Halbinsel Mettmann sind als NSG ausgewiesen.
Um die Qualität des Bodenseewassers kümmert sich seit 1959 die Internationale Gewässerschutzkommission (IGKB) für den Bodensee im schweizerischen Sankt Gallen. Rund 220 Kläranlagen arbeiten um den See, zahlreiche Uferbereiche wurden renaturiert, um die empfindlichen Schilfgürtel und Flachwasserzonen zu schützen. Die starke Uferbebauung von fast 50 % ist eines der größten Probleme am See. Naturnahe Uferzonen findet man noch am West- und Südufer des Überlinger Sees, an der Mündung des Seerheins in den Untersee sowie an den Nordufern von Gnadensee, Zellersee und Untersee. Auch gelangen immer noch Schadstoffe über die Zuflüsse und durch die intensive Landwirtschaft in den See. Große Bedeutung hat der Bodensee auch für die Wasserversorgung des großen Hinterlandes. Die schon 1958 erbaute Wasseraufbereitungsanlage auf dem 685 m hohen Sipplinger Berg bei Überlingen versorgt rund 4 Mio. Einwohner Baden-Württembergs in einer Region, die über Stuttgart bis nach Walldürn in den Odenwald reicht. Das Seewasser wird im Überlinger See in einer Tiefe von etwa 60 m entnommen.

Tourismus
Ein großes Problem ist der überaus große Besatz mit Freizeitbooten. Der Bodensee ist ein beliebtes Segelrevier, aber mehr als die Hälfte der insgesamt mehr als 57 000 Boote sind Motorboote, die nicht nur die Badegäste, sondern vor allem die empfindliche Flora und Fauna stören.
Der Bodenseeraum ist eine alte Kulturlandschaft mit zahlreichen Burgen, Schlössern und Klöstern, die schon immer viele Menschen angezogen hat. Die Halbinsel Höri mit dem Schiener Berg war während der Zeit des Nationalsozialismus eine Künstlerkolonie für viele "entartete Künstler". Brennpunkte des Fremdenverkehrs am westlichen Bodensee sind die Blumeninsel Mainau mit ihren vielfältigen Angeboten auch für Kinder, die Klosterinsel Reichenau (UNESCO-Weltkulturerbe), die Wallfahrtskirche Birnau bei Uhldingen und Städte Überlingen, Konstanz und Stein am Rhein in der Schweiz.
E. Astor

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren