Biosphärenreservat Spreewald

Naturschutz

978-3-14-100758-9 | Seite 11 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 120.000
Biosphärenreservat Spreewald |  | Naturschutz | Karte 11/2

Informationen

1970 hob die UNESCO das weltweite Programm "Der Mensch und die Biosphäre" aus der Taufe. In Landschaften, die typisch für eine bestimmte Biosphäre sind, wird dabei ein Konzept umgesetzt, bei dem u. a. durch eine schonende Wirtschaftsweise das Miteinander von Mensch und Umwelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung funktionieren soll. Mitte 2009 gab es in 107 Ländern rund um den Globus 553 solcher Biosphärenreservate, in Deutschland waren es 15.
Alle zehn Jahre werden die Biosphärenreservate überprüft. Es muss gewährleistet sein, dass die Natur und die natürlichen Ressourcen geschützt sind, die Regionalentwicklung nachhaltig ist, Forschung und ökologische Umweltbeobachtung betrieben werden sowie eine Umweltbildung und Kommunikation stattfindet.
Da Biosphärenreservate keine reinen Schutzgebiete sind, gibt es drei Zonen: Mehr als die Hälfte ist der Entwicklungszone vorbehalten, die als Lebensraum für den Menschen ausgewiesen ist. Mindestens 10 % der Fläche ist der Pflege der Kulturlandschaft vorbehalten, auf mindestens 3 % muss sich die Natur frei entwickeln können. Zusammen müssen die beiden letzten Zonen mindestens 20 % des gesamten Biosphärenreservats ausmachen.

Flusslandschaft Elbe-Brandenburg
Mit Schorfheide-Chorin, Spreewald und dem brandenburgischen Abschnitt der Flusslandschaft Elbe hat Brandenburg gleich drei Biosphärenreservate. An der Flusslandschaft Elbe haben außerdem Sachsen-Anhalt (1260 km²), Mecklenburg-Vorpommern (426 km²) und Niedersachsen (568 km²) Anteil. Der brandenburgische Teil hat eine Größe von 553 km² mit dem mindesten Schutzstatus eines Landschaftsschutzgebiets. Innerhalb seiner Grenzen befinden sich 19 Naturschutzgebiete, deren Größe von 4 ha (Kranichteich) bis 2124 ha (Wittenberge-Rühstädter Elbniederung) reicht. Von ihnen wurden lediglich zwei bereits 1972 ausgewiesen, gleich 13 erhielten ihren Status 1990, die restlichen vier in den Jahren 2002—04.
Die besonderen Aufgaben des Biosphärenreservats liegen darin, eines der letzten naturnahen Stromtäler in Mitteleuropa zu erhalten und auch mit seinen nicht natürlichen Elementen zu entwickeln. Dazu gehören u. a. stromtypische Auensysteme und die naturnahen Waldflächen, die es miteinander zu vernetzen gilt. Die Region ist außerdem Teil eines Zugvogelkorridors.
Erste Anlaufstationen für Besucher sollten die beiden Informationszentren im Europäischen Storchendorf Rühstädt und auf der Burg Lenzen sein, wo alles zu den Lebensräumen Auwälder, Auengrünland, Wälder (meistens Kiefern auf eiszeitlichen Dünen), Binnendünen, Trockenrasen und Moore zu erfahren ist. Dass das Biosphärenreservat seinen Besuchern gegenüber offen ist, zeigen touristische Angebote wie die Naturerlebnisroute, auf der es an 29 Stationen Besonderes zu entdecken gibt. Auf Touristen zugeschnitten sind auch eine Handvoll Routen, die teilweise durch das Reservat führen, so der Elberadweg, die Tour Brandenburg, die Bischofstour und die Gänsetour.
Tabu sind dabei die Totalreservate, die weder wirtschaftlich genutzt noch betreten werden dürfen. Dort bleibt sich die Natur selbst überlassen. Im Naturschutzgebiet Rambower Moor kommt diese Regelung z. B. annähernd 250 Schmetterlingsarten und der zeitweise verschwundenen und nach 1990 zurückgekehrten Rohrdommel zugute.
D. Falk

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren