Biosphärenreservat Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft

Tourismus

978-3-14-100760-2 | Seite 12 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 150.000
Biosphärenreservat Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft |  | Tourismus | Karte 12/1

Informationen

Im Nordosten des Freistaats Sachsen liegt die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft — das größte wirtschaftlich genutzte Teichgebiet Europas sowie wichtige Station und Brutstätte für Zugvögel und Heimat für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Entwicklung nachhaltiger Nutzung wurde der zentrale Teil der Natur- und Kulturlandschaft mit seinen künstlich angelegten Teichen, den ausgedehnten Waldflächen, die sich mit Äckern, Wiesen und Weiden abwechseln, den Flussauen, Feuchtwiesen, Binnendünen, Moorflächen und Heidegebieten als Biosphärenreservat ausgewiesen und 1996 durch die UNESCO anerkannt.

Karpfenzucht und Artenschutz
Abgestuft nach der Intensität menschlicher Eingriffe ist das 301 km² große Reservat in unterschiedliche Schutzzonen gegliedert. In der Kernzone (4 %), die nur zu Forschungs- und Bildungszwecken betreten werden darf, wird die Natur ihrer ureigenen Entwicklung überlassen. In der Pflegezone (39 %) ist traditionelle Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft unter Auflagen zugelassen. Während die Kernzone und die Pflegezone den Status eines Naturschutzgebiets besitzen, schließt die Entwicklungszone (51 %) den Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung mit ein und verfolgt das Ziel einer umweltverträglichen Regionalentwicklung. In den Regenerierungszonen (6 %) soll die durch den Braunkohlentagebau stark geschädigte Landschaft renaturiert werden.
Das Biosphärenreservat, das von der Spree und dem Schwarzen Schöps durchflossen wird, liegt im Bereich des Lausitzer Urstromtals aus der Saale-Kaltzeit. Charakteristisch für dieses Gebiet ist der Wechsel von breiten, grundwassernahen Aueniederungen und den sich nur gering davon abhebenden Talsandebenen. Bereits im 13. Jahrhundert machten sich die hier ansässigen Sorben den hohen Grundwasserpegel in den sumpfigen Flussniederungen und Geländesenken zunutze, legten Teiche an und züchteten Speisefische wie Karpfen und Zander. Heute bedecken 343 Teiche rund 8 % der Reservatsfläche. Dabei wechseln sich häufig offene Wasserflächen mit Verlandungszonen aus Schilf und Rohrkolben ab. Auf extensiven Feuchtwiesen gedeihen Wassernabel, Fieberklee und Sumpfdotterblumen. In den weitgehend unbeeinflussten Mooren und Bruchwäldern der streng geschützten Kernzone finden sich Sonnentau, Moosbeere, Glockenheide und die vermutlich letzten deutschen Bestände des Moorveilchens. Zu den Besonderheiten des Biosphärenreservats gehören u. a. seltene Vogelarten wie Kranich, Wiedehopf, Rohrdommel, Seeadler und Eisvogel, die hohe Artenvielfalt bei Fledermäusen, der größte Bestand an Fischottern in Deutschland und die beginnende Wiederbesiedlung durch den Wolf.
U. Kleinelümern

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