Bioklima

Deutschland - Umwelt

978-3-14-100700-8 | Seite 58 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 6.000.000
Bioklima |  | Deutschland - Umwelt | Karte 58/2

Informationen

Jede Änderung unserer klimatischen Umwelt ist mit Anpassungsschwierigkeiten verbunden. Das Bioklima umfasst die gesamten wiederkehrenden kosmischen, atmosphärischen und terrestrischen Umwelteinflüsse auf den Menschen. Es handelt sich dabei immer um komplexe Wechselwirkungen zwischen einzelnen Wetterfaktoren, die von Ort zu Ort sehr starken Veränderungen durch Lage, Bodenbeschaffenheit, Vegetation und Relief unterliegen.
Deutschland liegt im Übergangsbereich zwischen maritimem und kontinentalem Klima. Überwiegt das maritime Element, sind die Sommer kühl und niederschlagsreich und die Winter mild und sehr feucht. Infolge der vorherrschenden Westwindlage ist der Abkühlungsfaktor durch die Feuchte entsprechend groß; dies führt — je nach Lage — zu einem mehr oder weniger ausgeprägten thermischen Reizklima. Dessen Wirkungskomplexe bestehen aus einem thermischen, einem aktinischen und einem luftchemischen Teil. Hierbei spielen beispielsweise Erwärmungs- und Abkühlungsreize, Winde, die Wirkung der Strahlungsverhältnisse und die Wirkung von Luftbeimengungen eine große Rolle. Reizklima wirkt stimulierend auf Kreislauf und Stoffwechsel und führt nach anfänglichen Beschwerden bei nicht an die Reizwirkung gewohnten Menschen zu einer heilsamen Umstellung der vegetativen Regulierung des Körpers. Wegen stärkerer Temperaturschwankungen und höherer Windgeschwindigkeiten findet man ein solches Reizklima vor allem an Küsten, in Hochgebirgen und in den Hochlagen der Mittelgebirge.
Schonklima trifft man in Mittelgebirgen zwischen 400 und 600 Metern Höhe an. Es zeichnet sich durch ausgeglichene Wind- und Strahlungsbedingungen aus. Es stellt minimale Ansprüche an den Anpassungsmechanismus des Körpers und ist wegen des Nichtvorhandenseins von belastenden Faktoren bzw. von starken Klimareizen besonders geeignet für ältere Menschen und Rekonvaleszenten.
Aufgrund dieser Einteilung können bestimmte Orte wegen ihres Bioklimas als besonders geeignet eingestuft werden. Heilanzeigen sind für Seeklima, Mittel- und Hochgebirgsklima jeweils verschieden. Wenn dadurch Krankheiten positiv beeinflusst werden, kommt eine Einordnung als Erholungsort, Luftkurort oder heilklimatischer Kurort in Frage.
In Ballungsgebieten kann es durch Emissionen und typische Stadtklimaeffekte, etwa Überwärmung, zu negativen Veränderungen des natürlich vorkommenden Bioklimas kommen. Diese Belastungen werden in sogenannten Belastungsstufen kategorisiert. Belastungsklima trifft man überall in Niederungen, Senken und Kessellagen an, wo in den Sommermonaten häufig Hitze- und schwüle Tage, im Herbst oft Nebeltage auftreten. Bei starker Besiedlung und damit hohem Verkehrsaufkommen ist zusätzlich ganzjährig mit hoher Luftverschmutzung zu rechnen.
V. Kaminske

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