Biodiversität

Erde - potenzielle natürliche Vegetation

978-3-14-100700-8 | Seite 237 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 180.000.000
Biodiversität |  | Erde - potenzielle natürliche Vegetation | Karte 237/3

Informationen

Die Artenvielfalt der höheren Pflanzen weist mehrere, sich überlagernde Trends und Beziehungsgeflechte auf. Zur Gruppe der höheren Pflanzen gehören alle Gefäßpflanzen, also Farne und Blütenpflanzen.

Biodiversität und Geodiversität
Im Allgemeinen steigt die Artenzahl von den Polen in Richtung Äquator kontinuierlich an (latitudinaler Gradient). Dieser Trend wird durch Zonen niedriger Artenvielfalt in den großen Trockengebieten unterbrochen. Zudem finden sich sekundäre Artenvielfaltsmaxima in den subtropischen Feuchtwäldern und in den mediterranen Winterregengebieten wie beispielsweise der Kapregion Südafrikas oder Südwestaustralien. Insgesamt zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der Artenzahl und dem Niederschlag, der Temperatur, dem Relief und der Ausgeglichenheit des Klimas. In den Mittelbreiten und Polarregionen spielt überdies die thermische Vegetationszeit eine wichtige Rolle.
Die sechs Zentren der Artenvielfalt, die alle in den feuchten Tropen und Subtropen liegen, sind topographisch wie klimatisch besonders reich gegliedert. Zu diesen Gebieten hoher Geodiversität zählen:
1. Chocó-Costa-Rica-Zentrum,
2. Tropisches Ostanden-Zentrum,
3. Atlantisches Brasilien-Zentrum,
4. Osthimalaya-Yunnan-Zentrum,
5. Nordborneo-Zentrum,
6. Neuguinea-Zentrum
Vor allem die enge Abfolge unterschiedlicher Höhenstufen und Niederschlagsregime ermöglicht in diesen Regionen ausgesprochen vielfältige Vegetationsformationen und hohe Artenzahlen. Die ecuadorianischen Anden beispielsweise beherbergen auf einer Fläche der Größe Portugals fast ebenso viele Pflanzenarten wie Europa von Gibraltar bis zum Ural, nämlich rund 11 000. Solche Vergleiche sind allerdings stark skalenabhängig: Im Allgemeinen besteht zwischen der Größe der untersuchten Fläche und der gefundenen Artenzahl kein linearer Zusammenhang.
Zudem kann sich die Arten-Fläche-Beziehung in verschiedenen Lebensräumen stark unterscheiden. So zeigt sich auf kleinen Untersuchungsflächen, beispielsweise von einem Hektar, in den meisten Untersuchungen eine Abnahme der Artenzahl mit der Höhe über dem Meeresspiegel. Trotzdem finden sich insgesamt in den ecuadorianischen Anden etwa doppelt so viele Arten wie auf einer vergleichbaren Fläche amazonischen Tiefland-Regenwaldes. Hier spielt die hohe Vielfalt unterschiedlicher Standortbedingungen, also die ausgeprägte Geodiversität, eine wichtige Rolle.
J. Mutke

Graphiken

Bild

Fischfang in der Nordsee

Download

Bild

Laichgebiete der Nordsee

Download

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren