Bevölkerungsverteilung und Verstädterung

Weltbild

978-3-14-100700-8 | Seite 258 | Abb. 3
Bevölkerungsverteilung und Verstädterung |  | Weltbild | Karte 258/3

Informationen

Die gewohnte räumliche Ansicht der Erde bewirkt, dass sich insbesondere Größenvorstellungen stark an den jeweiligen Flächen der Kontinente und Staaten orientieren. Es fällt daher nicht immer leicht, räumlich ungleich verteilte Merkmale aus der Karte heraus genau zu erfassen. So treten in der Dichtekarte der Bevölkerung 252.1 zwar die am dichtesten besiedelten Räume markant hervor (rote Flächensignatur). Europa könnte darin aber bei einem flüchtigen Blick ähnlich gewichtig wie Indien wirken.
Dass dieser Eindruck täuscht, wenn man die absoluten Bevölkerungszahlen betrachtet zeigt die Karte 258.3 eindrucksvoll. Als geometrische Figurenkarte ist sie so angelegt, dass die Fläche der Figur eines Staates proportional zur dargestellten Größe ist. (Die Farbe ist diesbezüglich irrelevant, da sie ein zusätzliches Merkmal zeigt.) Hier entspricht 1 mm² genau 1 Mio. Einwohner. Die Lage der Figuren orientiert sich jeweils an der Lage des Staates auf einer üblichen Weltkarte.

Verstädterungsgrad
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte lebten 2006 ebenso viele Menschen in der Stadt wie auf dem Land. Der Verstädterungsgrad liegt in allen Industrieländern und einem Teil der Schwellenländer bereits bei über 75 Prozent. In den Industrienationen ist er damit im Wesentlichen abgeschlossen; für die kommenden 25 Jahre wird hier nur eine vergleichsweise moderate Zunahme der Stadtbevölkerung erwartet.
Ein starkes Bevölkerungswachstum werden dafür auch in naher der Zukunft die Städte in den Entwicklungsländern erleben, in denen sich der Urbanisierungstrend seit etwa 1975 massiv verstärkt hat. In diesen Ländern ist die Verstädterung ein Indikator der massiven Strukturprobleme. Die Stadtbevölkerung wächst dort ebenso rasant wie unkontrolliert, weil auf dem Land die Erwerbsmöglichkeiten fehlen. Da der Ausbau der städtischen Infrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten kann, haben sich in den letzten Jahrzehnten die Slums und Armenviertel in vielen großen Städten enorm ausgeweitet. Gegenwärtig leben bereits rund 2,3 Mrd. Menschen in den großen Metropolen der Entwicklungsländer, in drei Jahrzehnten werden es rund 3,9 Mrd. Menschen sein.
Ein weiteres Merkmal vieler strukturschwacher Länder ist die Ausbildung von "Primate Cities" (Metropolisierung), die zu einem relativ hohen Verstädterungswert bei einer meist geringen Stadtdichte führt. Oft sind Wirtschaft und Bevölkerung in der Hauptstadt zentralisiert; innerhalb des Städtesystems gibt es keine konkurrierenden Städte. Dieses Phänomen lässt sich vor allem in vielen afrikanischen Ländern wie Senegal, Liberia, Somalia oder Tschad beobachten.
M. Felsch

Graphiken

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Verstädterung und Bevölkerungszunahme in Entwicklungsländern

Verstädterung ist die Ausdehnung oder Vergrößerung der Städte eines Raumes nach Zahl, Fläche und Einwohnern, sowohl absolut als auch im Verhältnis zu den nicht-städtischen Siedlungen und zur ländlichen Bevölkerung.
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Verstädterung und Bevölkerungszunahme in Industrieländern

Verstädterung ist die Ausdehnung oder Vergrößerung der Städte eines Raumes nach Zahl, Fläche und Einwohnern, sowohl absolut als auch im Verhältnis zu den nicht-städtischen Siedlungen und zur ländlichen Bevölkerung.
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Verstädterungsgrad und Metropolen

"Metropole: Bezeichnung für eine weltweit bedeutende Stadt. Hier konzentrieren sich u.a. Industrie, Geschäfte, Banken, Versicherungen, und kulturellen Einrichtungen (Theater, Museen Veranstaltungen). Die Metropolenregion ist der Großraum einer Metropole, der eine deutlich höhere Einwohnerzahl, Bevölkerungsdichte, Industriedichte und Verkehrsdichte aufweist als die an die M. angrenzenden Gebiete; wird auch als großstädtischer Ballungsraum (engl. Metropolitan Area) bezeichnet."
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