Bevölkerungsdichte/Bevölkerungswanderung

USA – Bevölkerung

978-3-14-100782-4 | Seite 152 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 36.000.000
Bevölkerungsdichte/Bevölkerungswanderung |  | USA – Bevölkerung | Karte 152/3

Informationen

Mit einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 29 Einwohnern pro Quadratkilometer gehören die Vereinigten Staaten zu den eher dünn besiedelten Ländern der Erde. Dabei existieren jedoch ganz beträchtliche Gegensätze zwischen den dicht besiedelten Regionen im Osten, vor allem an der Atlantikküste, und in Kalifornien sowie den bevölkerungsarmen Weiten der Great Plains, der Rocky Mountains und der intramontanen Becken des Westens. Entsprechend verteilt sind auch die großstädtischen Agglomerationsräume mit ihrer Konzentration im Nordosten des Landes. Zum Zeitpunkt des letzten Census 2000 lebten 80,3 Prozent der Amerikaner in "metropolitan areas", davon 31,5 Prozent allein in den zehn größten Agglomerationen. Innerhalb der "metropolitan areas" verteilte sich die Bevölkerung allerdings mehrheitlich im suburbanen Raum.

Alte und neue Wanderungsströme
Seit ihrer Gründung im Jahre 1776 gelten die USA als ein Land, das durch die außergewöhnliche Mobilität seiner Bewohner geprägt wird. Der "Zug nach Westen" während des 19. Jahrhunderts gehört zu den "großen Erzählungen", die identitätsstiftend für die amerikanische Nation gewirkt haben. Bis in die Gegenwart haben großräumige Binnenwanderungen zu beträchtlichen Verschiebungen in den Bevölkerungszahlen zwischen den Staaten und Regionen geführt. Bis zu den 1940er-Jahren verzeichneten die industriell geprägten Regionen des Nordostens und des Mittleren Westens, der "manufacturing belt", das stärkste Bevölkerungswachstum. Einen entscheidenden Beitrag hierzu lieferte die Wanderung der afroamerikanischen Bevölkerung aus dem agrarischen Süden in die Industriestädte des Nordens, die als "great migration" in die Geschichte der USA eingegangen ist.
In den vergangenen Jahrzehnten aber hat sich eine deutliche Trendwende vollzogen, da sich nun die Zunahme der Bevölkerung in erster Linie auf den Westen und den Süden der USA konzentriert. Die Bevölkerungsgewinne im Westen, vor allem in Kalifornien, werden in jüngster Zeit vorwiegend durch Einwanderungen aus dem Ausland gespeist; leichte Gewinne im Zuge der Binnenwanderung werden nur noch gegenüber dem Nordosten und dem Mittleren Westen erzielt.

Wachstum des Südens
Im Unterschied dazu ist das Wachstum des Südens in erster Linie auf die teilweise massiven Wanderungsüberschüsse aus den übrigen Großregionen zurückzuführen. Hier, im "sunbelt", liegen — zusammen mit Kalifornien — die Agglomerationen mit den höchsten Wachstumsraten der Bevölkerung, während die alten industriellen Verdichtungsräume im Nordosten zwischen 1990 und 2004 nur noch eine moderate Zunahme verzeichneten, im Falle von Buffalo und Pittsburgh sogar Einwohnerverluste hinnehmen mussten.
Die Gründe für den Aufstieg des Südens sind vielfältig. Neben einer generellen Verbesserung der Lebensbedingungen, dem Abbau der Rassenschranken und dem milderen Klima spielten die günstigen Bedingungen für die Ansiedlung von wachstumsstarken Industrien, beispielsweise aus dem Hightechbereich, eine große Rolle. Demgegenüber waren im Norden die Strukturprobleme der traditionellen Industrien mit ihrem Verlust an Arbeitsplätzen und die teilweise schwierigen Lebensbedingungen in den großen Metropolen die wichtigsten Ursachen für die Abwanderung.
Neben der arbeitsplatzorientierten Wanderung vor allem der afroamerikanischen Bevölkerung lässt sich als Sonderform eine ausgeprägte "Rentnerwanderung" aus dem rauen Klima des Nordens in den milden Süden verzeichnen.
H. D. Laux, G. Thieme

Graphiken

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Bevölkerungsanteile in Metropolitan Areas und deren Verteilung auf die Kernstadt und Vororte

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USA

Quelle: H.-D. Laux, Bonn; G. Thieme, Köln
Geographische Rundschau 2005 (10), S. 41
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Migrationswende im Golden State, Kalifornien

Quelle: H.-D. Laux, Bonn; G. Thieme, Köln
Geographische Rundschau 2003 (6), S. 30
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